Dr. Georg Balthasar Wohlfarth (✝︎)
- Wahljahr 1652
Forschung
Zur Person
Georg Balthasar Wohlfarth wurde am 11. Juni 1607 als zweites Kind des Chirurgen Georg Wohlfarth in Schweinfurt geboren. Seine ältere Schwester Ursula kam am 12. Juni 1601 zur Welt. Der Vater war protestantischer Flüchtling aus der Steiermark und später Ratsherr in Schweinfurt. Seine Mutter stammte aus Schleiz im Vogtland und war Tochter des Stahl- und Einzelhändlers Benedikt Oberländer. Nach dem frühen Tod der erst 25 Jahre alten Mutter im Jahr 1610, heiratete der Vater ein Jahr später Dorothea Stör, die verwitwete Tochter des Schweinfurter Bürgermeisters Johann Fischer. Sie nahm sich der beiden Kinder an. Georg Balthasar Wohlfahrt erhielt Privatunterricht und wurde von seinem Vater in die Medizin eingeführt.
1634 heiratete er in Schweinfurt Susanna, Tochter des Händlers Daniel Graf von Kitzingen und Witwe des Kauf- und Handelsmannes Kaspar Pollich. Die Ehe blieb kinderlos und Susanna starb 1673.
In Schweinfurt grassierte 1634 eine Pest-Epidemie, bei deren Bekämpfung sich Wohlfarth „zumahl bey der anno 1634 und folgenden jahren grassirenden infection" besondere Verdienste um die Bürgerschaft erwarb.
Die wenigen überlieferten Details zu seinem Leben, seiner Ausbildung und Persönlichkeit verdankt die Nachwelt der Leichenpredigt, die der Schweinfurter Oberpfarrer Caspar Heunisch dem Verstorbenen gewidmet hat. Darin rühmt der Verfasser Wohlfarths Religiosität, seine selbstlose Tätigkeit als praktischer Arzt und seine Belesenheit. Darüber hinaus wird angemerkt, dass Wohlfarth im Volksmund „Kräuterdoktor“ genannt worden sei.
Georg Balthasar Wohlfahrt starb am 31. Januar 1674 in Schweinfurt.
Eine bildliche Darstellung von ihm ist bis heute nicht bekannt.
Werdegang
Georg Balthasar Wohlfarth begann zunächst eine Apothekerlehre in Kitzingen und studierte ab 1629 Medizin an den Universitäten Altdorf bei Nürnberg, Straßburg und Basel. Im Anschluss unternahm er eine Bildungsreise durch die Schweiz und Italien. Dieser Auslandsaufenthalt war zu jener Zeit wesentlicher Bestandteil der medizinischen Gelehrtenausbildung. Wohlfahrt musste diese allerdings aus familiären Gründen vorzeitig abbrechen. Nachdem er am 8. April 1634 in Altdorf promoviert wurde, kehrte er auf Wunsch seines Vaters nach Schweinfurt zurück und ließ sich dort als praktischer Arzt nieder.
Am 1. Januar 1652 gründete Wohlfarth in Schweinfurt gemeinsam mit den Ärzten Johann Laurentius Bausch, Johann Michael Fehr und Georg Balthasar Metzger die Academia Naturae Curiosorum, aus der später die Akademie der Naturforscher Leopoldina hervorging. Sie ist die älteste, ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt. Die Gründer luden weitere führende Gelehrte in ihre Vereinigung ein. Ihr Ziel war es, „die Natur erforschen zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen“. Das gemeinsame Motto lautete „Nunquam otiosus“ („Niemals müßig“).
Eine zentrale Triebfeder für die Gründung der Akademie war die Einsicht, dass die Erforschung der gewaltigen Naturfülle nicht mehr von einem Einzelnen zu bewältigen sei. Zu Beginn wurde allen vier Gründungsmitgliedern ein Forschungsthema zugewiesen, wobei auf Wohlfarth die Erforschung des Elches (Alces) fiel. Hintergrund war der Wunsch nach der systematischen Erarbeitung einer alphabetisch strukturierten Enzyklopädie.
Auszeichungen und Mitgliedschaften
Georg Balthasar Wohlfarth war Mitglied der Academia Naturae Curiosorum, aus der später die Akademie Leopoldina hervorging. Als Gründungsmitglied erhielt er die Matrikelnummer 4 und gab sich den Beinamen „Alceus“.