Hugo Sonnenkalb (✝︎)

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  • Wahljahr 1864

Forschung

Hugo Sonnenkalb war ein deutscher Mediziner. Als Stadtbezirksarzt in Leipzig lieferte er Arbeiten zu Hygiene, Umwelt und Epidemiologie in der sächsischen Großstadt. Er wies auf die krankheitsverursachende Wirkung schädlicher Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Staub hin. In seiner Eigenschaft als medizinischer Beamter trug er damit zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der und Gesundheit der Einwohnerschaft bei.

Hugo Sonnenkalb wurde am 20. Januar 1816 als Sohn eines Arztes in Leipzig geboren. Er besuchte die Bürgerschule sowie die Thomasschule in seiner Geburtsstadt. Er war verheiratet und wurde am 28. November 1846 Vater einer Tochter. Sonnenkalb starb am 23. Dezember 1887 in Leipzig.

Hugo Sonnenkalb begann 1834 an der Universität Leipzig ein Medizinstudium, das er bis 1841 in Prag, Wien und Paris fortsetzte. Im gleichen Jahr folgte die Promotion und 1843 die Habilitation für Staatsarzneikunde an der Universität Leipzig. Im Anschluss ging er für ein Jahr nach Dresden, wo er Leibarzt eines russischen Fürsten wurde. Von 1843 bis 1852 war er als Privatdozent für Pathologie und Arzneimittellehre an der Universität Leipzig tätig. In den Jahren 1850 bis 1878 arbeitete er außerdem als Stadtbezirks- und Gerichtsarzt in Leipzig. 1851 wurde er auf eine außerordentliche Professur für Gerichtsmedizin an der Universität Leipzig berufen, die er bis 1887 inne hatte. Bereits 1854 regte Sonnenkalb in Leipzig die Gründung eines gerichtsmedizinischen Instituts an, um die forensische Lehre zu verbessern.
1862 verfasste er eine Arbeit unter dem Titel „Der Straßenstaub in Leipzig. Ein medicinal-polizeiliche Skizze“, in der er sich mit den Ursachen der „Staubfrage“ in Leipzig befasste. Damit trug er zur Aufklärung der Bevölkerung bei und regte zugleich Lösungen für die Minderung der Belastung durch Straßenstaub an. 1867 wurde er Arzt am Königlichen Bezirksgericht Leipzig. 1874 lieferte er eine Arbeit unter dem Titel „Die Geschichte der Pocken in der Stadt Leipzig. Ein Beitrag zur Epidemiologie“.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Sonnenkalb folgende Auszeichnungen: Ritter der deutschen Kriegsdenkmünze für die Feldzüge von 1870/1871, Ritter des österreichischen Ordens der Eisernen Krone 3. Klasse, Ritter des preußischen Roten Adlerordens 3. Klasse sowie Ritter des Königlich Sächsischen Verdienstordens. 1870 wurde er zum Geheimen Medizinalrat ernannt. Darüber hinaus war er Träger der französischen Medaille du secours des armée de terre et de mer. Am 20. Juli 1864 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.

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