Karl Heinrich Reclam (✝︎)

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  • Wahljahr 1859

Forschung

Karl Heinrich Reclam war ein deutscher Mediziner und Autor populärwissenschaftlicher Schriften. Mit seinen Monographien und Aufsätzen lieferte er Beiträge zur Hygiene und Gesundheitsvorsorge. Ziel war die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung. Als einer der ersten Mediziner in Deutschland setzte sich Reclam aus hygienischen Gründen für die Verbrennung von Leichen als Bestattungsmethode ein.

Karl Heinrich Reclam wurde am 18. August 1821 als Sohn des Buchhändlers Carl Heinrich Reclam in Leipzig geboren. Er war der jüngere Bruder des Verlegers Anton Philipp Reclam.
Karl Heinrich Reclam war verheiratet mit Marie Reclam, geb. Sachse. Er starb am 6. März 1887 im Alter von 65 Jahren in Leipzig. Sein Leichnam wurde nach Gotha gebracht und im damals deutschlandweit einzigen Krematorium verbrannt. Seine im November 1894 gestorbene Frau Marie Reclam wurde ebenfalls in Gotha feuerbestattet. Erst 1920 wurden die Urnen des Ehepaars in Leipzig in einer Urnengruft beigesetzt. 1965 wurden sie mit den Urnen weiterer Familienangehörigen nach Stuttgart überführt.

Karl Heinrich Reclam studierte Medizin in Leipzig, Prag, Wien und Paris. 1846 promovierte er in Leipzig mit einer Arbeit unter dem Titel „De plumarum pennarumque evolutione disquisitio microscopica“. 1858 folgte die Habilitation zum Thema „Die Ursache der Chylus- und Lymph-Bewegung und der Fettresorption“. Ein Jahr später wurde er Privatdozent für Medizin an der Universität Leipzig sowie 1863 außerordentlicher Professor für Hygiene und Gerichtsmedizin. 1874 schrieb er den Aufsatz „Die Feuerbestattung“ in der Leipziger Zeitschrift „Die Gartenlaube“. In diesem sprach er sich aus hygienischen Gründen für die Methode der Leichenverbrennung aus und empfahl einen Ofen der Firma Siemens. Als einer der ersten deutschen Mediziner bezog er diese Position. 1877 wurde Reclam Polizeiarzt in Leipzig.
Er verfasste mehrere Schriften, in denen er sich vor allem mit der Gesundheit des Menschen und ihrer Erhaltung befasste, darunter „Nahrungsmittel und Speisewahl“ (1855), „Geist und Körper in ihren Wechselbeziehungen“ (1859), „Das Buch der vernünftigen Lebensweise“ (1863), „Des Weibes Gesundheit und Schönheit“ (1864), „Der Leib des Menschen, dessen Bau und Leben“ (1870), „Sprache und Gesang“ (1878), „Lebensregeln“ (1878) sowie „Gesundheitsschlüssel für Haus, Schule und Arbeit“ (1878). Außerdem gab Reclam mehrere Zeitschriften heraus, darunter „Kosmos“ (1858 bis 1861), die „Deutsche Vierteljahrsschrift für öffentliche Gesundheitspflege“ (1869 bis 1870) sowie „Gesundheit. Zeitschrift für öffentliche und private Hygiene“ (1875 bis 1887).

Am 1. August 1859 wurde Karl Heinrich Reclam zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.

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