Prof. Dr. Konrad Reinhart
- Fachbereich Chirurgie, Orthopädie und Anästhesiologie
- Ort Jena, Deutschland
- Wahljahr 2011
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Sepsis, Leitlinien zur Prävention, Diagnose und Therapie einer Sepsis, Langzeitfolgen der Erkrankung
Konrad Reinhart ist ein deutscher Anästhesiologe und Intensivmediziner, der seinen Schwerpunkt auf die Erforschung und Bekämpfung der Sepsis gelegt hat. Der Facharzt hat sich für die Früherkennung und Behandlung der häufig tödlich verlaufenden Erkrankung ebenso wie für die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Etablierung internationaler Leitlinien für das Sepsismanagement eingesetzt.
Sepsis, umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnet, ist eine der weltweit häufigsten Todesursachen und stellt auch für die moderne Medizin eine erhebliche Herausforderung dar. Trotz enormer Fortschritte in der Intensivmedizin bleibt die Sterblichkeit hoch, und viele Patientinnen und Patienten tragen langfristige Schäden davon. Eine Sepsis entsteht, wenn eine Infektion eine unverhältnismäßig heftige Immunreaktion im Körper auslöst, die letztlich zu Organschäden und einem vollständigen Organversagen führen kann. Dies sind weniger die unmittelbaren Folgen der Infektion selbst, sondern viel eher der unkontrollierten Reaktion des Immunsystems.
Im Zentrum der Erkrankung steht eine gestörte Immunantwort. Meist geht die Reaktion von einer bakteriellen Infektion aus, wenngleich auch Pilze, Viren und Parasiten als Auslöser infrage kommen. Die initiale Infektion führt zur Aktivierung des angeborenen Immunsystems, bei der zahlreiche Entzündungsmediatoren freigesetzt werden. Diese Botenstoffe, darunter Zytokine wie Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) und Interleukin-6 (IL-6), bewirken eine systemische Entzündungsreaktion, die bei unzureichender Kontrolle zu einer Schädigung der Innenhaut der Gefäße und einer Dysfunktion zahlreicher Organsysteme führt.
Das komplexe Zusammenspiel zwischen den auslösenden Erregern, der Wirtsantwort und den daraufhin eingeleiteten therapeutischen Maßnahmen ist bislang unzureichend verstanden. Konrad Reinhart hat entscheidend daran mitgewirkt, die pathologischen Prozesse zu klären und neue Therapieansätze zu entwickeln. Der wissenschaftlich tätige Arzt hat wegweisende Studien initiiert, die belegen, dass beispielsweise eine frühzeitige Gabe von Antibiotika und die Steuerung der Kreislaufunterstützung die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten erhöhen.
Der Intensivmediziner hat sich auch dafür eingesetzt, dass internationale Leitlinien für das Sepsismanagement etabliert wurden, die zu einer signifikanten Verbesserung der Behandlungsqualität geführt haben. Darüber hinaus hat Konrad Reinhart die Bedeutung der Sepsis als globales Gesundheitsproblem betont und bewirkt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sepsis in die Liste der zu priorisierenden Gesundheitsprobleme aufgenommen hat. Für Patientinnen und Patienten wurde mit der Deutschen Sepsis Hilfe eine Anlaufstelle geschaffen, und auf internationaler Ebene 2010 mit der Global Sepsis Alliance (GSA) ein Netzwerk etabliert, dem Konrad Reinhart lange vorstand. Seinem Team gelang es auch, mit dem World Sepsis Day einen Termin zu etablieren, bei dem die Erkrankung öffentlichkeitswirksam in den Mittelpunkt gerückt wird.
Konrad Reinhart arbeitet weiter daran, dass Fortschritte in der Immunologie, neue Biomarker und der präzisionsmedizinische Ansatz dazu beitragen, dass eine Sepsis nicht mehr zu den gefürchtetsten Diagnosen zählt. Der Intensivmediziner zählt zu den meistzitierten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Sepsisforschung.
Konrad Reinhart ist ein deutscher Anästhesiologe und Intensivmediziner, der seinen Schwerpunkt auf die Erforschung und Bekämpfung der Sepsis gelegt hat. Der Facharzt hat sich für die Früherkennung und Behandlung der häufig tödlich verlaufenden Erkrankung ebenso wie für die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Etablierung internationaler Leitlinien für das Sepsismanagement eingesetzt.
Sepsis, umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnet, ist eine der weltweit häufigsten Todesursachen und stellt auch für die moderne Medizin eine erhebliche Herausforderung dar. Trotz enormer Fortschritte in der Intensivmedizin bleibt die Sterblichkeit hoch, und viele Patientinnen und Patienten tragen langfristige Schäden davon. Eine Sepsis entsteht, wenn eine Infektion eine unverhältnismäßig heftige Immunreaktion im Körper auslöst, die letztlich zu Organschäden und einem vollständigen Organversagen führen kann. Dies sind weniger die unmittelbaren Folgen der Infektion selbst, sondern viel eher der unkontrollierten Reaktion des Immunsystems.
Im Zentrum der Erkrankung steht eine gestörte Immunantwort. Meist geht die Reaktion von einer bakteriellen Infektion aus, wenngleich auch Pilze, Viren und Parasiten als Auslöser infrage kommen. Die initiale Infektion führt zur Aktivierung des angeborenen Immunsystems, bei der zahlreiche Entzündungsmediatoren freigesetzt werden. Diese Botenstoffe, darunter Zytokine wie Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) und Interleukin-6 (IL-6), bewirken eine systemische Entzündungsreaktion, die bei unzureichender Kontrolle zu einer Schädigung der Innenhaut der Gefäße und einer Dysfunktion zahlreicher Organsysteme führt.
Das komplexe Zusammenspiel zwischen den auslösenden Erregern, der Wirtsantwort und den daraufhin eingeleiteten therapeutischen Maßnahmen ist bislang unzureichend verstanden. Konrad Reinhart hat entscheidend daran mitgewirkt, die pathologischen Prozesse zu klären und neue Therapieansätze zu entwickeln. Der wissenschaftlich tätige Arzt hat wegweisende Studien initiiert, die belegen, dass beispielsweise eine frühzeitige Gabe von Antibiotika und die Steuerung der Kreislaufunterstützung die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten erhöhen.
Der Intensivmediziner hat sich auch dafür eingesetzt, dass internationale Leitlinien für das Sepsismanagement etabliert wurden, die zu einer signifikanten Verbesserung der Behandlungsqualität geführt haben. Darüber hinaus hat Konrad Reinhart die Bedeutung der Sepsis als globales Gesundheitsproblem betont und bewirkt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sepsis in die Liste der zu priorisierenden Gesundheitsprobleme aufgenommen hat. Für Patientinnen und Patienten wurde mit der Deutschen Sepsis Hilfe eine Anlaufstelle geschaffen, und auf internationaler Ebene 2010 mit der Global Sepsis Alliance (GSA) ein Netzwerk etabliert, dem Konrad Reinhart lange vorstand. Seinem Team gelang es auch, mit dem World Sepsis Day einen Termin zu etablieren, bei dem die Erkrankung öffentlichkeitswirksam in den Mittelpunkt gerückt wird.
Konrad Reinhart arbeitet weiter daran, dass Fortschritte in der Immunologie, neue Biomarker und der präzisionsmedizinische Ansatz dazu beitragen, dass eine Sepsis nicht mehr zu den gefürchtetsten Diagnosen zählt. Der Intensivmediziner zählt zu den meistzitierten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Sepsisforschung.
Werdegang
- seit 2016 Seniorprofessor, Charité – Universitätsmedizin Berlin
- seit 2016 Gastprofessor, Berlin Institute of Health (BIH), Stiftung Charité, Berlin
- seit 2016 Seniorprofessor, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena
- 1993-2016 Direktor, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum, FSU Jena
- 1993-2016 Professor für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Jena, FSU Jena
- 1993 Professor, Freie Universität (FU) Berlin
- 1989 Außerplanmäßiger Professor, FU Berlin
- 1988-1989 Außerordentlicher Gastprofessor, Department of Physiology and Biophysics, University of Alabama at Birmingham, Birmingham, USA
- 1985-1993 Leitender Oberarzt, Klinikum Steglitz, Berlin
- 1984 Habilitation in Anästhesiologie und Intensivmedizin
- 1978 Promotion, FU Berlin
- 1972-1975 Studium der Humanmedizin, FU Berlin
- 1969-1972 Studium der Humanmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München
Funktionen
- seit 2012 Vorsitzender, Sepsis-Stiftung, Berlin
- seit 2010 Vorsitzender, Global Sepsis Alliance (GSA)
- 2008-2010 Vorsitzender, International Sepsis Forum (ISF)
- 2006-2008 Vorsitzender, Section „Sepsis and Inflammation“, European Society of Intensive Care Medicine (ESICM)
- 2005-2015 Mitglied, Council, World Federation of Societies of Intensive and Critical Care Medicine (WFSICCM)
- 2005 Präsident, Biannualer Kongresses, Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)
- 2005 Gründer, Deutsche Sepsis-Hilfe
- seit 2004 Mitglied, Steering Committee, ISF
- 2004-2008 Mitglied, Advisory Board, Internationale Surviving Sepsis Campaign (SSC)
- 2004-2008 Mitglied, Steering Committee, International Sepsis Registry „PROGRESS Promoting Global Research Excellence in Severe Sepsis“
- 2001-2009 Präsident, Deutsche Sepsis-Gesellschaft
- 2001-2008 Mitglied, Vorstand und Beirat, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Projekte
- 2019-2021 Mitverantwortlicher, Projekt „Regionale Unterschiede in der Häufigkeit und Versorgung von Patienten mit schwerer Sepsis in Deutschland (Regio-SEP)“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- 2004-2011 Antragsteller, Projekt „Differential Gene Expression Patterns in Patients with Trauma and Sepsis-TraumArraytor“, DFG
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- 2016 Ehrenmitglied, European Society of Intensive Care Medicine
- 2016 Ehrenmitglied, Royal College Physicians of Thailand, Thailand
- 2015 Lohfert-Preis für das Sepsis-Projekt „MEDUSA“, Lohfert-Stiftung, Hamburg
- seit 2011 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2008 Forschungspreis, Freistaat Thüringen
- 1986 Carl-Ludwig-Schleich-Preis für die Habilitation, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin