Max Delbrück (✝︎)

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  • Fachbereich Chemie
  • Wahljahr 1892

Forschung

Max Delbrück war ein deutscher Chemiker, Bakteriologe und Gärungstechnologe. Er lieferte Arbeiten zur Physiologie von Hefen und ihrer Anwendung. Er beschäftigte sich mit der auf seinen Ideen beruhenden natürlichen Reinzucht von Mikroorganismen, die er zu einem System zusammenfasste. Darüber hinaus entwickelte er neue Verfahren der Gärführung. Nach ihm ist das Lactobacillus delbrueckii benannt, ein Milchsäure-Baterium, das zusammen mit obergärigen Hefen den Gärungsverlauf der Berliner Weißen regelt, einem obergärigen Bier aus Weizen- und Gerstenmalz. Ebenso trägt die Zuckerhefe Torulaspora delbueckii seinen Namen.

Max Emil Julius Delbrück wurde am 16. Juni 1850 in Bergen auf der Insel Rügen als Sohn des Juristen Felix Delbrück geboren. Er stammte aus einer angesehenen preußischen Familie, die viele Gelehrte und Staatsbedienstete hervorgebracht hat. Sein Vater war Kreisrichter in Stralsund. Max Delbrück ist der jüngere Bruder des 1848 geborenen Historikers Hans Delbrück. Sein Neffe und Namensvetter ist der Biophysiker und Nobelpreisträger für Physiologie des Jahres 1969 Max Delbrück.

1882 heiratete Max Delbrück in Remagen die verwitwete Marie Caracciola, geborene Spuhn. Er starb am 4. Mai 1919 in Berlin.

Vor der einstigen Preußischen Spirituosen-Manufaktur im Berliner Stadtteil Wedding erinnert ein Denkmal an seine Verdienste für das Brauwesen.

Max Delbrück studierte an den Universitäten Greifswald und Berlin Chemie. Im Anschluss war er an der Universität Halle als Assistent bei dem Agrikulturchemiker Max Maercker tätig, der die dortige Landwirtschaftliche Versuchsanstalt leitete.

1874 wechselte er nach Berlin, wo er die Leitung der neuen Versuchsanstalt des Verbandes der Spirituosenfabrikanten Deutschlands (VLSF) übernahm. An diese Einrichtung waren mehrere weitere Versuchsstationen angegliedert, darunter ab 1883 auch die ebenfalls neu gegründete Versuchs- und Lehranstalt für das Brauereiwesen (VLB) in Berlin. Ziel dieser Einrichtung war es, Ressourcen aus Brauwirtschaft, Wissenschaft und Staat zusammenzuführen, um so Ausbildung und Forschung auf diesem Gebiet zu bündeln.

Im Verbund mit diesen Einrichtungen und der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin entwickelte Delbrück außerdem das Institut für Gärungsgewerbe (IfG). Dort errichtete er neue Versuchsanlagen, die auch zu Lehrzwecken dienten. Im IfG wurden ab 1896 für den Gärprozess wichtige Hefen und Milchsäurekulturen im industriellen Maßstab produziert. Der Aufbau und die Ausgestaltung der Forschung des IfG war Delbrücks Lebenswerk. Bei seiner Arbeit verknüpfte er stets wissenschaftliche, technologische und wirtschaftliche Aspekte. Darüber hinaus förderte er den Zusammenschluss des Brauereigewerbes. Ab 1877 war Delbrück zudem Mitglied im Deutschen Patentamt.

1903 gelang es ihm, in Berlin einen Studiengang zum Braumeister zu etablieren. Bereits 1882 erhielt er einen Ruf an die Landwirtschaftliche Hochschule Berlin. Von 1898 bis 1900 war er dort Rektor. Heute ist die Einrichtung Teil der Berliner Humboldt-Universität.

Gemeinsam mit dem Chemiker Max Maercker gab Delbrück die „Zeitschrift für Spiritusindustrie“ heraus. Gemeinsam mit Friedrich Hayduck, Brautechnologe und Professor an der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule, veröffentlichte er die „Tageszeitung für Brauerei“ mit einer wissenschaftlichen Beilage unter dem Titel „Wochenschrift für Brauerei“.

Als Autor verantwortete Delbrück mehrere Bücher zu seinem Fachgebiet, darunter das „Illustrierte Brauerei-Lexikon“ in zwei Bänden (1910) sowie gemeinsam mit Friedrich Hayduck „Die Gärungsführung in Brauerei, Brennerei und Presshefefabrik auf Grund der Arbeiten und Erfahrungen des Instituts für Gärungsgewerbe in Berlin“ (1911).

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Max Delbrück zahlreich geehrt. So wurde er 1892 zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Darüber hinaus war er Ehrenmitglied verschiedener Akademien. Außerdem gehörte er dem Vorstand der Deutschen Chemischen Gesellschaft an, dem Verein Deutscher Chemiker sowie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. 1918 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule München.

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