Prof. Dr. Michael Reth
- Fachbereich Mikrobiologie und Immunologie
- Ort Freiburg (Br.), Deutschland
- Wahljahr 2006
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Immunzellen, B-Zell-Antigenrezeptoren, Signalleitung in B-Lymphozyten, B-Zell-Leukämie, Tumorsuppressor-Gene
Michael Reth ist ein Biologe und Immunologie. Hauptfokus seiner Forschung liegt auf den durch Antigene aktivierten B-Zellen und den Antigenrezeptoren. Weltweite Anerkennung erlangte er durch erstmalige Beschreibung bestimmter Komponenten dieser Rezeptoren und Signalwege. Außerdem identifizierte er ein Protein, das als Tumorsuppressor-Gen während der B-Zell-Entwicklung wirkt. Die Arbeiten von Michael Reth haben entscheidend zum heutigen Verständnis der Struktur, Lokalisation und Signalwege der Antigen-bindenden und -inhibitorischen Rezeptoren auf der B-Zell-Oberfläche beigetragen und können neue Einblicke in die Entstehung von B-Zell-Tumoren bei Kindern liefern.
B-Zellen, auch B-Lymphozyten genannt, gehören zu den weißen Blutkörperchen. Zusammen mit den T-Zellen bilden sie den Teil des menschlichen Immunsystems, das sich an Fremdstoffe, so auch Krankheitserreger, anpassen kann. B-Zellen erkennen ihr spezifisches Antigen durch Antikörper, da sie membrangebundene Proteine auf ihrer Zelloberfläche tragen. Um zu erforschen, wie der menschliche Körper Fremdstoffe erkennt und sich verteidigt, erkundet Michael Reth die 50 bis 150 Nanometer großen Bereiche von Rezeptoren auf der B-Zell-Oberfläche. Denn trotz der hohen Prävention durch Impfungen sind die molekularen Vorgänge, die zu einer Immunität führen, bis heute noch nicht vollständig verstanden.
Michael Reth gelang es, erstmals die Grundstruktur des Antigenrezeptors der B-Zellen (BCR) zu beschreiben. Mit seiner Arbeitsgruppe konnte er ein neues Modell der Aktivierung dieses Rezeptors aufstellen und im Versuch bestätigen. Außerdem zeigte Reth, dass Rezeptoren auf der Plasmamembran komplexer organisiert sind als bisher angenommen.
Zudem identifizierte Michael Reth erstmals eine Struktur (ITAM), über die alle Antigenrezeptoren Signale ins Zytosol weiterleiten. Darüber hinaus gelang seiner Arbeitsgruppe erstmals die Identifizierung eines Proteins, des Adaptorproteins SLP-65. Dieses ist für die Differenzierung der B-Zellen von entscheidender Bedeutung und wirkt während der B-Zell-Entwicklung als Tumorsuppressor-Gen – ein Gen, dessen Proteine die unkontrollierte Teilung von Zellen unterdrücken. Diese Arbeiten könnten somit neue Einblicke in die Entstehung von B-Zell-Leukämien bei Kindern geben.
Neuere Untersuchungen der Arbeitsgruppe von Michael Reth zeigen, dass der B-Zell-Antigenrezeptor auf ruhenden B-Zellen Oligomere ausbildet. Dieser aus mehreren strukturell gleichen Einheiten aufgebaute Molekülbereich wird durch die Bindung eines Antigens geöffnet und sendet Signale zur Aktivierung der B-Zellen aus. Diese Untersuchungen unterstützen das „dissociation activation model“ und haben zum tieferen Verständnis der B-Zellaktivierung beigetragen.
Michael Reth ist ein Biologe und Immunologie. Hauptfokus seiner Forschung liegt auf den durch Antigene aktivierten B-Zellen und den Antigenrezeptoren. Weltweite Anerkennung erlangte er durch erstmalige Beschreibung bestimmter Komponenten dieser Rezeptoren und Signalwege. Außerdem identifizierte er ein Protein, das als Tumorsuppressor-Gen während der B-Zell-Entwicklung wirkt. Die Arbeiten von Michael Reth haben entscheidend zum heutigen Verständnis der Struktur, Lokalisation und Signalwege der Antigen-bindenden und -inhibitorischen Rezeptoren auf der B-Zell-Oberfläche beigetragen und können neue Einblicke in die Entstehung von B-Zell-Tumoren bei Kindern liefern.
B-Zellen, auch B-Lymphozyten genannt, gehören zu den weißen Blutkörperchen. Zusammen mit den T-Zellen bilden sie den Teil des menschlichen Immunsystems, das sich an Fremdstoffe, so auch Krankheitserreger, anpassen kann. B-Zellen erkennen ihr spezifisches Antigen durch Antikörper, da sie membrangebundene Proteine auf ihrer Zelloberfläche tragen. Um zu erforschen, wie der menschliche Körper Fremdstoffe erkennt und sich verteidigt, erkundet Michael Reth die 50 bis 150 Nanometer großen Bereiche von Rezeptoren auf der B-Zell-Oberfläche. Denn trotz der hohen Prävention durch Impfungen sind die molekularen Vorgänge, die zu einer Immunität führen, bis heute noch nicht vollständig verstanden.
Michael Reth gelang es, erstmals die Grundstruktur des Antigenrezeptors der B-Zellen (BCR) zu beschreiben. Mit seiner Arbeitsgruppe konnte er ein neues Modell der Aktivierung dieses Rezeptors aufstellen und im Versuch bestätigen. Außerdem zeigte Reth, dass Rezeptoren auf der Plasmamembran komplexer organisiert sind als bisher angenommen.
Zudem identifizierte Michael Reth erstmals eine Struktur (ITAM), über die alle Antigenrezeptoren Signale ins Zytosol weiterleiten. Darüber hinaus gelang seiner Arbeitsgruppe erstmals die Identifizierung eines Proteins, des Adaptorproteins SLP-65. Dieses ist für die Differenzierung der B-Zellen von entscheidender Bedeutung und wirkt während der B-Zell-Entwicklung als Tumorsuppressor-Gen – ein Gen, dessen Proteine die unkontrollierte Teilung von Zellen unterdrücken. Diese Arbeiten könnten somit neue Einblicke in die Entstehung von B-Zell-Leukämien bei Kindern geben.
Neuere Untersuchungen der Arbeitsgruppe von Michael Reth zeigen, dass der B-Zell-Antigenrezeptor auf ruhenden B-Zellen Oligomere ausbildet. Dieser aus mehreren strukturell gleichen Einheiten aufgebaute Molekülbereich wird durch die Bindung eines Antigens geöffnet und sendet Signale zur Aktivierung der B-Zellen aus. Diese Untersuchungen unterstützen das „dissociation activation model“ und haben zum tieferen Verständnis der B-Zellaktivierung beigetragen.
Werdegang
- seit 2007 Wissenschaftlicher Direktor, BIOSS Centre for Biological Signalling Studies (Exzellenzcluster), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- seit 1996 Professor für Molekulare Immunologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1996-1998 Außerordentlicher Professor, Max-Planck-Institut für Immunologie, Freiburg
- 1989-1996 Professor, Max-Planck-Institut für Immunologie, Freiburg
- 1988-1990 Gruppenleiter, Max-Planck-Institut für Immunologie, Freiburg
- 1988 Habilitation, Universität zu Köln
- 1985-1988 Gruppenleiter, Institut für Genetik, Universität zu Köln
- 1982-1985 Forschungsaufenthalt, Vagelos College of Physicians and Surgeons, Columbia University Irving Medical Center, New York City, USA
- 1981 Promotion, Institut für Genetik, Universität zu Köln
- 1971-1977 Studium der Biologie, Universität zu Köln
Funktionen
- 2007-2017 Sprecher, Exzellenzcluster (EXC) 294 „BIOSS Zentrum für Biologische Signalstudien – von der Analyse zur Synthese“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- seit 2005 Mitglied, Advisory Board, Infectious Desease Institute, Harvard University, Cambridge, USA
- seit 2003 Editorial Board, Annual Review of Immunology
- 1992-2007 Editorial Board, European Journal of Immunology
- seit 1990 Transmitting Editor, International Immunology
Projekte
- 2013-2022 Leiter, Teilprojekt „Der Ruhezustand der B Lymphozyten und ihr Übergang zu frühen und späten Aktivierungs-Zuständen“, Transregio (TRR) 130, DFG
- 2013-2021 Leiter, Teilprojekt „Die Rolle von Phosphatasen in B-Zell-Autoimmunität“, TRR 130, DFG
- 2012-2017 Advanced Grant „Nanoscale analysis of protein islands on lymphocytes“, European Research Council (ERC)
- 2007-2018 Leiter, Teilprojekt „Modifikation and Adaptorfunktion der B Zell Signalproteine Syk und SHP-1“, Sonderforschungsbereich (SFB) 746, DFG
- 2006-2018 Beteiligter Wissenschaftler, Graduiertenschule (GSC) 4 „Spemann Graduiertenschule für Biologie und Medizin (SGBM)“, DFG
- 2005-2013 Leiter, Teilprojekt „Herstellung und Analyse von mutanten Mäusen mit Defekten in der B-Zell Entwicklung durch die Cre/loxP Methode“, SFB 620, DFG
- 2004-2006 Leiter, Teilprojekt „Rekonstitution der Signalkaskaden vom B Zell Antigenrezeptor“, SFB 388, DFG
- 2002-2005 Leiter, Teilprojekt „Die Rolle des Transkriptionsfaktors BOB.1 in der B-Zellentwicklung“, SFB 620, DFG
- 1995-2003 Leiter, Teilprojekt „Struktur des B Zell-Antigenrezeptors und dessen Kopplung an Transducer Proteine“, SFB 388, DFG
- 1993-2002 Leiter, Teilprojekt „Gezielte Aktivierung von Lymphozyten durch variante Antigenrezeptoren“, SFB 364, DFG
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2018 Mitglied, National Academy of Sciences, USA
- 2015 Jürgen Manchot Forschungsprofessur für Experimentelle Infektionsmedizin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- 2014 Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis, Paul Ehrlich-Stiftung, Frankfurt am Main
- 2009 EFIS-Schering-Plough European Immunology Prize, European Federation of Immunological Societies (EFIS)
- 2008 Mitglied, American Association of Immunologists, USA
- seit 2006 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 1995 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, DFG
- 1995 Mitglied, European Molecular Biology Organization (EMBO)
- 1988 Heinz Maier-Leibnitz-Preis, DFG
- 1982 Postdoktoranden-Stipendium, DFG