Prof. Dr. Stefan Engelhardt

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  • Fachbereich Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie
  • Ort München, Deutschland
  • Wahljahr 2025

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Systembiologie, Signaltransduktion im Herz-Kreislauf-System, regulatorische RNA, Nukleinsäure-basierte Medizin

Stefan Engelhardt ist ein deutscher Arzt und Pharmakologe, der zur molekularen Signaltransduktion im Herz-Kreislauf-System forscht. Im Zentrum seiner Arbeiten steht dabei das Verständnis der zellulären Mechanismen, die bestimmen, wie kardiovaskuläre Zellen physiologische Reize integrieren und auf pathologische Belastungen reagieren. Übergeordnetes Ziel seiner Forschung ist es, aus der Aufklärung dieser Regulationsprozesse neue, molekular begründete therapeutische Strategien abzuleiten.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle nicht-kodierender Ribonukleinsäuren (ncRNA), insbesondere von microRNAs, als zentrale Regulatoren komplexer zellulärer Netzwerke. Während RNA lange Zeit vornehmlich als kurzlebige Boten zwischen Genom und Proteinbiosynthese galten, ist heute bekannt, dass jede Zelle eine große Vielfalt nicht-kodierender RNAs enthält, die eigenständige und essenzielle Steuerungsfunktionen übernehmen. MicroRNAs regulieren Stabilität und Translation von messenger-RNAs und sind maßgeblich an Entwicklungsprozessen, physiologischen Anpassungsmechanismen und der Entstehung von Erkrankungen beteiligt. Stefan Engelhardt hat wesentlich dazu beigetragen, diese regulatorischen Prinzipien in der kardiovaskulären Forschung experimentell zu etablieren und das zuvor überwiegend mechanistische Verständnis von Herzinsuffizienz und kardiovaskulären Erkrankungen entscheidend zu erweitern.

Die Arbeiten des Pharmakologen münden in die Untersuchung, wie nicht-kodierende RNAs synthetisiert, transportiert und in intrazelluläre Signalwege eingebunden werden und welche Rolle sie bei der Entstehung und Progression von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen. Ziel dieser systematischen Grundlagenforschung ist es, regulatorische RNA-Funktionen für innovative Therapieansätze zu nutzen. In Zusammenarbeit mit klinischen Partnern entwickelte Stefan Engelhardts Team RNA-basierte Wirkstoffe zur Modulation entzündlicher Prozesse, unter anderem in der Lunge.

Stefan Engelhardts Forschung verknüpft molekulare Grundlagenforschung mit klinischen Fragestellungen. Seine Arbeiten tragen dazu bei, genetische und regulatorische Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen funktionell zu entschlüsseln und individuelle Krankheitsprozesse auf molekularer Ebene zu charakterisieren. Damit schaffen sie eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung besserer Diagnoseverfahren und RNA-basierter Therapieansätze auf dem Weg zu einer zunehmend personalisierten Kardiologie.

  • seit 2008 Professor für Pharmakologie und Toxikologie sowie Direktor, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, TUM School of Medicine and Health, Technische Universität München (TUM)
  • 2005-2008 Professor für Klinische Pharmakologie, Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg
  • 2004-2008 Gruppenleiter, Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging, JMU Würzburg
  • 2003-2004 Fellow in Cardiovascular Research, Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
  • 1999-2003 Postdoktorand, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, JMU Würzburg
  • 2001 Promotion zum Dr. rer. nat., JMU Würzburg
  • 1997 Promotion zum Dr. med., Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, sowie JMU Würzburg
  • 1989-1996 Studium der Humanmedizin, Universität Regensburg sowie Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
    Integrierter Studienaufenthalt, Harvard University, Boston, USA

  • seit 2021 Vize-Sprecher, Standort München, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung
  • 2013-2019 Vize-Dekan für Forschung, TUM School of Medicine and Health, TUM
  • 2011-2020 Sprecher, Standort München, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung
  • 2011-2013 Mitglied, Vorstand, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
  • Mitglied, Section Board „RNA“ sowie Editorial Board, Genes

  • seit 2023 Sprecher, Center for Nucleic Acid Therapeutics Munich (CNATM)-Konsortium, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
  • seit 2023 Leiter, Teilprojekt „Regulation der kardialen Innervation durch nicht-kodierende RNAs“, Transregio (TRR) 267, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2019-2023 Leiter, Teilprojekt „Nicht-kodierende RNAs in der Kontrolle der kardialen Repolarisation“, TRR 267, DFG
  • 2019-2023 Beteiligter Wissenschaftler, Projekt „Das Hitzeschockprotein A4 (HSPA4) verbessert pathologisches myokardiales Remodeling möglicherweise durch Berichtigung der Protein-Homöostase“, DFG
  • seit 2019 Sprecher, Transregio (TRR) 267 „Non-coding RNA in the cardiovascular system“, DFG
  • seit 2019 Leiter, Teilprojekt „Rolle von lncRNAs in kardialen Makrophagen bei Reparaturprozessen“, TRR 267, DFG
  • seit 2018 Beteiligter Wissenschaftler, Graduiertenkolleg (GRK) 2338 „Toxikologische Zielstrukturen – Entschlüsselung therapeutischer Zielstrukturen in der Lungentoxikologie“, DFG

  • 2025 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2022 Fellow, International Society of Heart Research
  • 2009 Outstanding Achievement Award, European Society of Cardiology
  • 2006 Arthur-Weber-Preis, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

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