Prof. Dr. Ulrich Gähde (✝︎)
- Fachbereich Wissenschaftsphilosophie
- Ort Hamburg, Deutschland
- Wahljahr 2003
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Logische Struktur und Entwicklung empirischer Theorien; Modellbildung, Simulation und Komplexitätsreduktion; Strukturvergleiche zwischen deskriptiv-empirischen und normativ-ethischen Theorien
Die Forschungstätigkeit von Ulrich Gähde konzentrierte sich vor allem auf zwei Schwerpunktthemen. Der erste Forschungsschwerpunkt lag an der Schnittstelle zwischen Erkenntnistheorie und formaler Wissenschaftstheorie. Insbesondere arbeitete Gähde an der Weiterentwicklung einer speziellen Variante der sogenannten semantischen Theorienauffassung, die u.a. durch den Einsatz modelltheoretischer sowie weiterer mathematischer Hilfsmittel gekennzeichnet ist. Im Zentrum stehen dabei für die Erkenntnistheorie zentral bedeutsame Fragen des Bestätigungsholismus bei empirischen, speziell physikalischen Theorien.
Sein zweiter Forschungsschwerpunkt galt Fragen eines Vergleichs der logischen Struktur und Entwicklung empirischer und normativ-ethischer Theorien. Gähde ging davon aus, dass beide Arten von Theorien weitergehende Parallelen aufweisen als bislang angenommen.
Als Philosoph und Physiker war Ulrich Gähde besonders um den Brückenschlag zwischen Philosophie und Naturwissenschaften bemüht.
Werdegang
- seit 1999 Professor für Theoretische Philosophie (C 4) an der Universität Hamburg
- 1998 Ruf auf einen Lehrstuhl für Philosophie mit dem Schwerpunkt in theoretischer Philosophie (C 4) an der Ludwig-Mercator-Universität Duisburg (abgelehnt)
- 1993-1999 Professor für Philosophie (C 3) an der Universität Bayreuth
- 1991-1993 Heisenberg-Stipendiat
- 1989 Habilitation in Bielefeld
- 1983-1990 Hochschulassistent an der Universität Bielefeld sowie der Freien Universität Berlin
- 1982 Promotion in Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
- 1980-1982 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem DFG-Forschungsprojekt
- 1976-1979 Studium der Philosophie, Logik und Wissenschaftstheorie an der LMU München
- 1976 Diplom in Physik an der LMU München
- 1970-1976 Studium der Physik, Mathematik und Philosophie in Berlin und München
Funktionen
- seit 2013 Vorstandsmitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg
- seit 2008 Beauftragter für Forschung und Internationales des Philosophischen Seminars der Universität Hamburg
- seit 2007 Mitglied des Vorstands der Joachim Jungius-Stiftung
- 2007 Geschäftsführender Direktor des Philosophischen Seminars der Universität Hamburg
- 2006-2009 Sprecher der Akademie-Arbeitsgruppe Modellbildung, Simulation und Komplexitätsreduktion
- 2002-2004 Geschäftsführender Direktor des Philosophischen Seminars der Universität Hamburg
- 2000-2006 Vizepräsident der Gesellschaft für Analytische Philosophie (GAP)
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2005 Gründungsmitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg
- seit 2003 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 1989 Preis für hervorragende Habilitationsschriften der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft