Nachricht Akademien empfehlen neue Maßnahmen in der Antibiotika-Forschung

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Einer steigenden Zahl an Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien stehen weltweit immer weniger wirksame Antibiotika gegenüber. Damit wird die erfolgreiche Behandlung infizierter Patienten immer schwieriger. Die Akademie der Wissenschaften In Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben dieses Thema im Januar 2013 in ihrer gemeinsamen Stellungnahme "Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven" aufgegriffen. Das Papier liegt jetzt in einer englischen Fassung vor, pünktlich zum G8-Gipfel, bei dem das Thema auf der Tagesordnung steht. Die Stellungnahme gibt acht Empfehlungen, die Wege aufzeigen, die weitere Ausbreitung von Resistenzen zu verhindern und dringend benötigte Antibiotika zu entwickeln.

„Die Entwicklung gibt großen Anlass zur Sorge. Wir haben den Fokus in der Stellungnahme auf den Beitrag der Forschung und die erforderlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gelegt“, sagt Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Sprecher der Arbeitsgruppe „Infektionsforschung und Gesellschaft“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. „Es bedarf“, so Lohse weiter, „wirklicher Anreize für eine  neue und intensivere Antibiotika-Forschung und damit eine schnellere Entwicklung von Medikamenten.“

„Das Thema stellt eine Aufgabe an die gesamte Gesellschaft“, sagt Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Es erfordere nicht nur stärkere Forschungsanstrengungen und eine schnellere Umsetzung  der Ergebnisse in die Anwendung, sondern auch einen Dialog darüber, wie verantwortungsbewusst Antibiotika eingesetzt werden und Resistenzen vermieden werden können. „Hierfür richten wir einen Runden Tisch ein, zu dem wir alle relevanten Partner einladen werden.“

Die Leopoldina rief zuletzt die Staats- und Regierungschefs der G8-Mitgliedsstaaten dazu auf, dem Thema der antibiotikaresistenten Krankheitserreger ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Gemeinsam mit anderen Akademien hat die Leopoldina die Stellungnahme “Drug Resistance in Infectious Agents – A Global Threat to Humanity” veröffentlicht, die den teilnehmenden Regierungen übergeben wurde, damit diese sie in die Verhandlungen des G8-Gipfels aufnehmen. Der Gipfel beginnt heute in Lough Erne in Nord-Irland.

Das weltweite Auftreten von Antibiotika-Resistenzen gehört nach Einschätzung der WHO zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Schätzungen gehen jährlich von rund 25.000 Patienten allein innerhalb der EU aus, die an den Folgen einer Infektion mit Antibiotika-resistenten Bakterien sterben.

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