Nachricht Amtseinführung von neuer Leopoldina-Präsidentin Bettina Rockenbach

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Nachdem der Senat der Akademie Bettina Rockenbach im September letzten Jahres in geheimer Abstimmung gewählt hat, übernimmt die Wirtschaftswissenschaftlerin im März offiziell die XXVIII. Präsidentschaft der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Sie folgt auf den Paläoklimatologen Gerald Haug, der die Akademie seit 2020 leitete. Am 21. Februar 2025 findet am Hauptsitz in Halle (Saale) ab 11 Uhr unter Anwesenheit von hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Politik die feierliche Amtsübergabe statt. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Im Rahmen der Amtsübergabe in Halle (Saale) hält der Bundesminister für Bildung und Forschung sowie für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir die Festansprache. Zudem wird Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, ein Grußwort sprechen. Gerald Haug blickt in einer Abschiedsrede auf seine fünfjährige Amtszeit zurück. Bettina Rockenbach hält ihre Antrittsrede.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Die Plätze im Festsaal sind begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Veranstaltung wird auch im Livestream auf dem Leopoldina-YouTube-Kanal übertragen.

Bettina Rockenbach
Bettina Rockenbach ist eine deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Design von Mechanismen zur Beförderung von Kooperation in sozialen Dilemma-Situationen und von Rahmenbedingungen für sozial verantwortliches wirtschaftliches Handeln. Zur Bewältigung der drängenden Konflikte des menschlichen Zusammenlebens, wie Ressourcenverteilung, Klimaschutz oder Global Health, ist die Kooperation der Akteure unerlässlich. Die Divergenz von individuellen und gemeinschaftlichen Interessen – das soziale Dilemma – stellt die Zusammenarbeit vor enorme Herausforderungen. Mit Methoden der Spieltheorie und der empirischen Verhaltensökonomie untersucht Bettina Rockenbach die Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperation. In ihren Arbeiten trägt sie sowohl zur Grundlagenforschung als auch zur Anwendung der wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse auf aktuelle Probleme bei. Bettina Rockenbach und ihre teilweise interdisziplinären Teams konnten unter anderem die Bedeutung und die Interaktion von Vertrauen, Reziprozität, Reputation und sozialen Sanktionsmöglichkeiten für stabile Kooperation nachweisen. Sie haben zu einem besseren Verständnis der Marktbedingungen für moralisches und sozial verantwortliches Handeln beigetragen und erfolgreich Mechanismen für eine nachhaltigere Nutzung von natürlichen Ressourcen entwickelt und implementiert.

Bettina Rockenbach studierte Mathematik, Volkswirtschaftslehre und Informatik an der Universität Bonn und erlangte 1988 ihr Diplom im Fach Mathematik. 1993 wurde sie mit einer von Prof. Dr. Reinhard Selten (Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1994 und Mitglied der Leopoldina) betreuten Arbeit im Fach Volkswirtschaftslehre promoviert. 1999 habilitierte sie sich im Fach Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Von 2000 bis 2011 war Bettina Rockenbach Professorin für Mikroökonomie mit Schwerpunkt Industrieökonomie an der Universität Erfurt. 2011 folgte sie einem Ruf an die Universität zu Köln, wo sie als Professorin für Verhaltensökonomie forscht und lehrt. Seit 2018 ist sie Direktorin des Reinhard Selten Institute der Universitäten Bonn und Köln. Am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn forscht sie seit 2019 als Senior Research Fellow. Ihre wissenschaftliche Arbeit wurde unter anderem mit dem Hendrik-Casimir-Karl-Ziegler-Forschungspreis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Neben ihrer wissenschaftlichen Expertise bringt Bettina Rockenbach durch ihr Engagement in unterschiedlichen Wissenschaftsgremien und dem Hochschulmanagement umfangreiche Erfahrung im Wissenschaftsmanagement mit. So war sie acht Jahre lang Prorektorin für Forschung und Innovation an der Universität zu Köln. Zuvor war Bettina Rockenbach an der Universität Erfurt von 2006 bis 2008 Dekanin der Staatswissenschaftlichen Fakultät und von 2008 bis 2011 Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Von 2014 bis 2017 war sie Mitglied des DFG-Senats und seit 2020 ist sie Mitglied im ERC Advanced Grant Peer Review Panel (SH1).

Weitere Informationen zu Bettina Rockenbach finden sich im Mitgliedsprofil auf der Website der Leopoldina.

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