Mitglied im Fokus Andreas Voßkuhle ist neuer Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft

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Die Mitgliederversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Andreas Voßkuhle im Rahmen der Jahresversammlung zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Voßkuhle ist Rechtswissenschaftler und ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Seit 2018 ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Sektion Kulturwissenschaften.

Voßkuhle leitet seit 1999 als Direktor das Institut für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie (Abt. I.) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Verfassungsrecht, Allgemeinen Verwaltungs- und Umweltrecht sowie in der Staats- und Rechtstheorie. Bekannt wurde er unter anderem durch ein Standardlehrbuch zum Umweltrecht, seine umfangreichen Kommentierungen zu den verfassungsrechtlichen Grundlagen des Bundesverfassungsgerichts sowie als Mitherausgeber des dreibändigen Werkes „Grundlagen des Verwaltungsrechts“, das die Reformperspektive der Neuen Verwaltungsrechtswissenschaft weiterentwickelt. Seit Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn sucht er den Austausch mit anderen Disziplinen und beschäftigte sich zuletzt unter anderem mit unterschiedlichen Perspektiven zum Thema „Wissen und Recht“ sowie mit der Rolle der Verfassungsgerichtsbarkeit im demokratischen Verfassungsstaat und im europäischen Gerichtsverbund.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Bayreuth und München wurde Andreas Voßkuhle 1992 an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Er habilitierte sich im Jahr 1998 an der Universität Augsburg. Seine akademische Laufbahn setzte Voßkuhle an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg fort, an die er im selben Jahr einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht erhielt. Von 2004 bis 2006 war er Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Im Juni 2007 folgte die Wahl zum Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dieses Amt hatte er von April bis Mai 2008 inne. Am 7. Mai 2008 wurde Voßkuhle zum Richter und Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts ernannt, seit 2010 war er zehn Jahre lang dessen Präsident. Während seiner beruflichen Laufbahn wurde er vielfach geehrt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.  Am Ende seiner Amtszeit 2020 verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Seit 2007 ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2012 Mitglied des Senats der Max-Planck-Gesellschaft.

Neben Voßkuhle wählte die Mitgliederversammlung der größten Forschungsförderorganisation Deutschlands eine weitere neue Vizepräsidentin und zwei neue Vizepräsidenten: die Experimentalphysikerin Karin Jacobs, den empirische Makrosoziologen Matthias Koenig sowie den Biochemiker Peter H. Seeberger. Insgesamt erweitert sich das Präsidium der DFG somit um eine Person. Der Rechtswissenschaftler und Leopoldina-Mitglied Wolfgang Schön scheidet ebenso wie die Mathematikerin Marlis Hochbruck und – im weiteren Verlauf des Jahres – der Chemiker Roland A. Fischer turnusgemäß aus dem Präsidium aus. Mit dem Molekularbiologen Axel A. Brakhage und der Medizinerin Britta Siegmund sind nun insgesamt drei Mitglieder der Leopoldina im Präsidium der DFG vertreten.

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