Asifa Akhtar ist Molekularbiologin. Der Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Genomregulierung – dabei will sie die Mechanismen verstehen, die dem Chromatin, also der Verpackung des genetischen Materials im Zellkern, und der epigenetischen Regulierung zugrunde liegen. Epigenetische Mechanismen modulieren die Chromatinstruktur und bestimmen die Zugänglichkeit genetischer Informationen. Die Beteiligung epigenetischer Modifikationen ist für die Embryonalentwicklung, die Identität des Zelltyps sowie für Reaktionen auf Umwelteinflüsse wie Stress oder Ernährung von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere erforscht Asifa Akhtar, wie die Expression von Genen auf dem X-Chromosom während der Dosierungskompensation zwischen männlichen und weiblichen Organismen ausgeglichen wird. In diesem Zusammenhang hat das Akhtar-Labor die kritischen Rollen der Histonacetylierung und langer nicht-codierender RNAs bei der chromosomenweiten Transkriptionsregulation nachgewiesen.
Nach ihrem Biologie-Studium am University College London wurde Asifa Akhtar 1997 am Imperial Cancer Research Fund promoviert. Anschließend war sie als Postdoktorandin am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und am Adolf-Butenandt-Institut in München tätig. 2009 wechselte sie an das Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, wo sie bis 2013 als Forschungsgruppenleiterin tätig war. Im Anschluss wurde sie Direktorin und nahm von 2015 bis 2017 das Amt der Geschäftsführenden Direktorin des Institutes wahr. Seit 2020 ist sie die erste internationale Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ernannte sie 2019 zu ihrem Mitglied. Für ihre Forschung erhielt Asifa Akhtar bereits 2017 den Wilhelm Feldberg Preis und 2021 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Asifa Akhtar ist die zweite Preisträgerin des 2021 ins Leben gerufenen Christa-Šerić-Geiger-Preises. Hiermit würdigt die Carl-Friedrich Geiger-Stiftung erfolgreiche Frauen für ihr herausragendes Engagement in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Bildung sowie Kunst und Kultur. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.