Nachricht Beteiligung an internationalen Forschungsinfrastrukturen stärken

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Mitglieder der Allianz der Wissenschaftsorganisationen haben ein Positionspapier zum „Verfahren für deutsche Beteiligungen an internationalen Forschungsinfrastrukturen“ erarbeitet. Ziel sind tragfähige Lösungen für Fragen der Beteiligung, Trägerschaft, Priorisierung und Kostenübernahme, die den Möglichkeiten und Erfordernissen aller Beteiligten gerecht werden.

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Die Bedeutung leistungsfähiger Forschungsinfrastrukturen (FIS) ist in den vergangenen Jahren für alle Disziplinen der Wissenschaft deutlich gewachsen. Der Bedarf für komplexe und kostspielige Forschungsinfrastrukturen wird für mehr und mehr Wissenschaftsgebiete wesentliche Voraussetzung für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Wissenschaftsgeleitete Priorisierung als Erfolgskriterium

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland kein dediziertes Priorisierungs- und Entscheidungsverfahren für internationale Forschungsinfrastrukturen existiert, haben Mitglieder der Allianz der Wissenschaftsorganisationen (Alexander von Humboldt-Stiftung, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Hochschulrektorenkonferenz, Leibniz-Gemeinschaft, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina) ein Positionspapier zum „Verfahren für deutsche Beteiligungen an internationalen Forschungsinfrastrukturen“ erarbeitet. Ziel ist es, auf nationaler Ebene tragfähige Lösungen für Fragen der Beteiligung, Trägerschaft, Priorisierung und Kostenübernahme zu finden, die den Möglichkeiten und Erfordernissen aller Beteiligten gerecht werden. Ein entscheidendes Erfolgskriterium für Forschung an und mit FIS ist die Möglichkeit für die Wissenschaft, auf die Schwerpunktsetzung, die organisatorische und technische Ausgestaltung und die Verteilung von Nutzungskapazitäten frühzeitig und maßgeblich Einfluss zu nehmen.

„Deutschland muss sich weiterhin in internationalen Forschungsinfrastrukturen engagieren – und zwar in einer Form, die der Wissenschaft durchgehend eine aktive Mitwirkung im gesamten Lebenszyklus einer Forschungsinfrastruktur ermöglicht“, sagt Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Viele Herausforderungen im Kontext wissenschaftlicher Infrastrukturen ließen sich längst nicht mehr national bewältigen. „Internationale Forschungsinfrastrukturen zeichnen sich durch eine hohe Komplexität aus: Es bedarf einer enormen organisatorischen und finanziellen Anstrengung, damit sich die Kompetenzen aus den verschiedenen Ländern gewinnbringend ergänzen“, so Wiestler.

Verantwortung von Bund und Ländern

Die Beteiligung an Bau und Betrieb von internationalen Forschungsinfrastrukturen liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Bund und Länder. Daher halten die Mitglieder der Allianz eine gesamthafte Finanzierungsplanung über Investitions- und Betriebskosten bei Beteiligungsentscheidungen für unverzichtbar: Ein gesicherter Zugang zu den besten Forschungsinfrastrukturen weltweit bedarf eines verlässlichen finanziellen Rahmens, zum Beispiel auf Ebene des Bundes durch einen im Haushalt eigenständig definierten Titel. Der Umfang dieses Finanzrahmens müsse in Form eines beweglichen Plafonds gestaltet und regelmäßig zwischen Wissenschaft und Politik abgestimmt werden, erklären die Mitglieder der Allianz in ihrem Positionspapier.

Dialog mit der Politik als erster Schritt

Sie plädieren für einen strukturierten Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, in dem die Beteiligungen und der dafür notwendige Finanzrahmen regelmäßig vereinbart werden. Hierbei sehen sich die Mitglieder der Allianz in der Verantwortung, die Stimme der Wissenschaft zu vertreten. Der Dialog zum Einführen eines verlässlichen Verfahrens solle nach der Wahl schnell aufgenommen werden.

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