Nachricht Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet die Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle

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Die Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zum Thema „Geist – Gehirn – Genom – Gesellschaft“ hat heute am Hauptsitz der Leopoldina auf dem Jägerberg in Halle (Saale) begonnen. Drei Tage lang werden sich renommierte Wissenschaftler mit der Frage befassen, wie unsere individuelle Persönlichkeit von Einflüssen des Geistes, des Gehirns, des Genoms und der Gesellschaft geformt wird. Bei der feierlichen Eröffnung am Vormittag hielt der Schirmherr der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Bundespräsident Joachim Gauck, eine Rede.

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Mehr als 500 Teilnehmer gehen ab heute in Halle drei Tage lang der Frage nach, welche Faktoren zur Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit beitragen. Die Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina wurde mit einer Rede von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet.

„Es ist für mich faszinierend zu erfahren, wie der Mensch die Wirkungsweise des Gehirns immer besser zu verstehen lernt. Doch mit jedem Erkenntnisschritt stellen sich neue Fragen, für den Einzelnen, für die Wissenschaft, am Ende für die ganze Gesellschaft. Gerade weil die neuen Fragen relevant sind für unsere Gesellschaft, sind sie Themen für die Leopoldina. Hier hat sie in ihrer jüngsten Rolle als Nationale Akademie der Wissenschaften eine Aufgabe von – wie ich finde – höchster Bedeutung gefunden“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede.

„Die Leopoldina wirkt mit deutlich vernehmbarer Stimme sachkundig und sachorientiert in den gesellschaftlichen Diskurs in unserem Land hinein (…). Sie nimmt diese Aufgabe, Politik und Gesellschaft zu beraten, als Nationale Akademie mit einer besonderen Legitimation wahr“, sagte der Bundespräsident weiter.

„Bei der Frage nach ‚Geist – Gehirn – Genom – Gesellschaft – Wie wurde ich zu der Person, die ich bin?‘ geht es im Kern um die Erforschung dessen, was den Mensch zum Menschen macht. Das Thema ist hoch aktuell und verweist auf Chancen und Herausforderungen, deren Dimensionen wir momentan nur erahnen können“, sagt Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina.

Auf der Jahresversammlung diskutieren Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen, wie der einzelne Mensch durch Geist, Gehirn, Genom, und Gesellschaft geformt wird. In den rund 20 Vorträgen kommen unter anderem Psychologen, Neurowissenschaftler, Genetiker, Mediziner und Geisteswissenschaftler zu Wort. Inhaltlich vorbereitet wurde die Tagung von Prof. Onur Güntürkün (Bochum).

Prof. Güntürkün gewann hochkarätige Referenten für die Jahresversammlung. Unter anderem Prof. Bernhard Horsthemke (Essen), der die unterschiedlichen Anteile des väterlichen und des mütterlichen Genoms an der Entwicklung des menschlichen Gehirns aufzeigt. Prof. Andreas Meyer-Lindenberg (Mannheim) wiederum spricht über den Einfluss von Genen und Umwelt auf psychische Erkrankungsrisiken. Prof. Patrick Haggard (London) bringt den Teilnehmern den freien Willen als Ergebnis neurobiologischer Mechanismen nahe und Prof. Elisabeth André (Augsburg) wirft die Frage auf, ob sich Empathie simulieren lässt. Die Informatikerin forscht zur Erkennung und Erzeugung von Gefühlsregungen anhand von Computermodellen. In einer Leopoldina-Lecture am Sonntag spricht Prof. Chris Frith (London) darüber, wie das Gehirn Kultur erschafft.

Zu den prominenten Wissenschaftlern, die bei der Jahresversammlung vortragen, zählt auch der Nobelpreisträger Daniel Kahneman (USA), der heute Abend, 20. September, 20 Uhr, über sein Buch „Thinking, Fast and Slow“ sprechen wird. Darin beschreibt der Wissenschaftler zwei Systeme des Denkens: Die schnelle intuitive Entscheidungsfindung, die uns zuweilen trügt, und das rationale Abwägen, das uns zuweilen viel Zeit kostet. Mit verblüffenden Beispielen aus dem Alltag wird der Nobelpreisträger anschaulich die Grundlagen unserer Urteilsvermögens und Verhaltens schildern.

Im Rahmen der Feierlichen Eröffnung hat die Leopoldina elf Wissenschaftler für Ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen geehrt. Zudem wurden zwei Ehrenförderer benannt.

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