Nachricht Carolyn R. Bertozzi mit Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet

Seite teilen

Die US-amerikanische Biochemikerin Carolyn R. Bertozzi, Mitglied der Leopoldina, wird mit dem diesjährigen Nobelpreis für Chemie geehrt. Bertozzi erhält die Auszeichnung gemeinsam mit Morten Meldal (Dänemark) und K. Barry Sharpless (USA) für die Entwicklung der sogenannten Klick-Chemie sowie für grundlegende Beiträge im Bereich der bioorthogonalen Chemie.

Verwandte Links

Um wichtige, aber schwer fassbare Biomoleküle auf der Oberfläche von Zellen —  Glykanen — abzubilden, entwickelte Bertozzi Klickreaktionen, die in lebenden Organismen wirken. Ihre bioorthogonalen Reaktionen finden statt, ohne die normale Chemie der Zelle zu stören. Diese Reaktionen werden jetzt weltweit verwendet, um Zellen zu erforschen und biologische Prozesse zu verfolgen. Mithilfe von bioorthogonalen Reaktionen haben Forscher das Targeting von Krebspharmazeutika verbessert. Dies wird jetzt in klinischen Studien getestet.

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Gerald Haug gratuliert der US-amerikanischen Forscherin: „Carolyn R. Bertozzi hat die Klick-Chemie in eine neue Dimension geführt. Damit können Krankheiten wie Krebs auf völlig neue Art und Weise untersucht werden. Für diese wegweisende Forschung ist sie nun mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Es freut uns, dass diese Ehre erneut einem Mitglied der Leopoldina zuteil wird.”

Carolyn R. Bertozzi (Jahrgang 1966) gilt als Pionierin der Glykobiochemie. Sie befasst sich mit der Funktion von Glykanen an Zelloberflächen. Diese Zuckerreste spielen eine wichtige Rolle bei der Kommunikation und dem Stoffwechsel von Zellen und verändern sich bei Krankheiten. Um dies in lebenden Zellen beobachten zu können, hat sie mit der bioorthogonalen Chemie ein neues Forschungsgebiet etabliert. Mit ihrem Interesse für die Glykane hat Bertozzi sich auf ein bis dahin kaum erforschtes wissenschaftliches Terrain begeben. Vermutlich ist ein großer Teil aller Proteine glykosyliert. Bertozzi will verstehen, welche Aufgabe diese Zucker in biologischen Prozessen haben und wie sich Glykosylierungsmuster im Verlaufe der Alterung des Menschen oder durch Krankheiten spezifisch verändern. Auf dieser Basis können Methoden zur Früherkennung und auch Therapie etwa von Krebs, Infektionskrankheiten oder Autoimmunkrankheiten entwickelt werden. Bislang gab es kein Verfahren, mit denen sich diese Moleküle gezielt beobachten ließen. Mit der von Carolyn Bertozzi entwickelten bioorthogonalen Chemie ist das nun möglich. Dabei können Moleküle in lebenden Zellen chemisch so modifiziert werden, dass sie sich beobachten lassen.

Carolyn R. Bertozzi studierte Chemie an der Harvard University und wurde 1993 an der University of California in Berkeley, USA, promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt in der American Cancer Society in San Francisco lehrte sie in Berkeley von 1996 bis 2002 als Assistant Professor Chemie. Seit 2002 ist sie dort als Professorin für Chemie und Molekular- und Zellbiologie tätig. 2006 wurde sie als Direktorin von „The Molecular Foundry“ am Lawrence Berkeley National Laboratory berufen. Im Jahr 2015 trat sie eine Professur für Chemie an der Stanford University und am Stanford Chemistry, Engineering & Medicine for Human Health Institute (ChEM-H Institute) an. Carolyn Bertozzi wurde mit zahlreichen Preisen für ihre wissenschaftlichen Leistungen geehrt. Darunter mit dem Ernst Schering-Preis 2007, der Albert Hofmann-Medaille der Universität Zürich 2009, dem Tetrahedron Young Investigator Award for Bioorganic and Medicinal Chemistry 2011, dem Heinrich Wieland-Preis 2012 und 2022 mit dem Wolf-Preis in Chemie. Carolyn Bertozzi ist seit 2008 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Chemie.

Der Nobelpreis für Chemie ist derzeit mit insgesamt zehn Millionen schwedischen Kronen (umgerechnet rund 920.000 Euro) dotiert. Das Preisgeld erhalten die drei Preisträger zu gleichen Teilen. Alle Nobelpreise werden den Preisträgerinnen und Preisträgern traditionell am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Die Leopoldina hat mehr als 1.600 Mitglieder, darunter sind nunmehr 37 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger.

Die Leopoldina verwendet Cookies

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig (funktionale Cookies), während andere nicht notwendig sind, uns aber helfen unser Onlineangebot zu verbessern und wirtschaftlich zu betreiben. 

Sie können in den Einsatz der nicht notwendigen Cookies mit dem Klick auf die Schaltfläche "Alle Akzeptieren" einwilligen oder per Klick individuelle Einstellungen vornehmen und diesen per “Auswahl übernehmen” zustimmen. 

Sie können diese Einstellungen jederzeit aufrufen und Cookies auch nachträglich abwählen.

Funktional

Diese Cookies sind technisch erforderlich, um folgende Kernfunktionalitäten der Website bereitstellen zu können:

  • Darstellung der Website
  • Anonymisierung von IP-Adressen innerhalb von Logfiles
  • Status-Cookie-Zustimmung
Komfort

Neben notwendigen Cookies setzen wir zudem Cookies ein, um Ihnen die Nutzung der Website angenehmer zu gestalten. Akzeptieren Sie diese Cookies, werden externe Medien ohne weitere Zustimmung von Ihnen geladen.

Tracking

Mithilfe von Statistik-Cookies können wir die Inhalte und Services unserer Website besser an Ihre Interessen und Bedürfnisse anpassen. Für Statistiken und Auswertungen setzen wir das Produkt etracker ein.

Warnung vor externen Links

Die Nutzung dieses Teildienstes erfordert ihre Einwilligung in die Verarbeitung zusätzlicher personenbezogener Daten durch einen selbständigen Verantwortlichen: Matterport Inc., 352 E. Java Drive, Sunnyvale, CA 94089, USA. Es gelten folgende Datenschutzhinweise: https://matterport.com/de/node/44. Mit der Einwilligung durch Klick auf „Ok“ kann auch eine Übermittlung von personenbezogenen Daten in ein Land außerhalb der Europäischen Union erfolgen. Die Einwilligung ist freiwillig. Eine Ablehnung führt zu keinen Nachteilen. Eine erteilte Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Ich bin damit einverstanden, dass bei Nutzung dieses Teildienstes zusätzliche personenbezogene Daten verarbeitet werden. Dabei verarbeitete Datenkategorien: technische Verbindungsdaten des Serverzugriffs (IP-Adresse, Datum, Uhrzeit, abgefragte Seite, Browser-Informationen), Daten zur Erstellung von Nutzungsstatistiken und Daten über die Nutzung der Website sowie die Protokollierung von Klicks auf einzelne Elemente. Zweck der Verarbeitung: Auslieferung von Inhalten, die von Dritten bereitgestellt werden. Rechtsgrundlage für die Verarbeitung: Ihre Einwilligung nach Art. 6 (1) a DSGVO, Art. 49 DSGVO. Verantwortlicher für die Datenverarbeitung Matterport Inc., 352 E. Java Drive, Sunnyvale, CA 94089, USA. Es gilt die Datenschutzerklärung von Matterport Inc.: https://matterport.com/de/node/44.

Seite besuchen ▸