Nachricht Datenzugang und -verknüpfung für die Forschung erleichtern: Policy Brief zum geplanten Forschungsdatengesetz

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Bei politischen Entscheidungen können wissenschaftsbasierte Empfehlungen eine wichtige Rolle spielen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen empirisch begründete Aussagen zu kontrovers diskutierten Fragestellungen bereit. Dafür müssen sie bisher oftmals auf Datensätze aus dem Ausland zurückgreifen, da die Verknüpfbarkeit qualitativ hochwertiger Daten aus Deutschland starken Einschränkungen unterliegt. Mit dem geplanten Forschungsdatengesetz (FDG) könnte für die gemeinwohlorientierte Forschung der Zugang zu verknüpften Daten deutlich verbessert werden. Ein Policy Brief in der Reihe „Leopoldina Fokus“ erläutert, welchen Nutzen ein passgenau ausgestaltetes Forschungsdatengesetz für die Wissenschaft, mittelbar aber auch für Politik und Gesellschaft haben kann.

Die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte, Herausforderungen wie der Klimawandel oder eskalierende geopolitische Konflikte und die daraus resultierende zunehmende gesellschaftliche Verunsicherung erfordern mehr denn je effektives und möglichst kosteneffizientes politisches Handeln. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine datenbasierte Evaluierung geplanter oder bereits beschlossener politischer Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit und kollateralen Folgen hin.

Im Policy Brief erläutern die Wirtschaftswissenschaftlerin und Leopoldina-Vizepräsidentin Regina T. Riphahn, der Bio- und Medizininformatiker Roland Eils und der Rechtswissenschaftler Jürgen Kühling wie ein Forschungsdatengesetz ausgestaltet sein muss, um diesen politischen und gesellschaftlichen Anforderungen seitens der Wissenschaft Rechnung tragen zu können.

Entscheidend bei der Ausgestaltung des FDG ist aus Sicht der drei Expertinnen und Experten eine sektor- und ressortübergreifende Zusammenarbeit bei der Erarbeitung eines Gesetzentwurfs. Das FDG sollte es der Forschung ermöglichen, Daten unterschiedlicher Herkunft, das heißt Daten aus verschiedenen Quellen und über verschiedene Rechtsgebiete (z. B. Steuer-, Sozial-, Statistikrecht) und föderale Ebenen (Bund und Länder) hinweg, verknüpfen zu können. Dafür befürworten die Fachleute die Einrichtung eines German Micro Data Center (GMDC), das als zentrale Datentreuhandstelle im Gespräch ist.

Nach Einschätzung der Expertinnen und Experten ist gegenwärtig in Deutschland die strenge Auslegung der Datenschutzvorgaben ein limitierender Faktor. Dabei ist eine forschungsfreundliche Ausgestaltung bestehender gesetzlicher Regelungen bereits heute datenschutzkonform möglich, wie Beispiele aus anderen europäischen Ländern zeigen.

Im Policy Brief wird zudem betont, dass – parallel zur Erleichterung der Datennutzung – die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden sollten, um den Umgang mit personenbezogenen und administrativen Mikrodaten zu regeln. Dazu gehört auch, dass bisher geltende Löschungsfristen für die Forschung modifiziert werden, damit wichtige Daten auch langfristig nutzbar sind.

Ider Reihe „Leopoldina Fokus“ erscheinen Policy Briefs, die aktuelle Themen aus wissenschaftlicher Perspektive einordnen. Sie basieren auf Gesprächen des Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Gerald Haug mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten.

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