Nachricht DFG und Leopoldina begrüßen EU-Vorschlag zum Umgang mit neuen Gentechnikmethoden

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben in einer heute erschienenen gemeinsamen Stellungnahme den am 5. Juli 2023 veröffentlichten Entwurf der Europäischen Kommission zum Umgang mit neuen Gentechnikmethoden in Pflanzenzucht und Landwirtschaft begrüßt. Nach ihrer Überzeugung wird die vorgeschlagene Gesetzesänderung die Pflanzenforschung erleichtern und dazu beitragen, das große Potenzial der neuen Züchtungstechniken für eine nachhaltigere Landwirtschaft in Europa zu nutzen.

„Die Kommission hat einen sorgsam austarierten Vorschlag vorgelegt, der die Empfehlungen und Interessen von Wissenschaft und Forschung ausgewogen berücksichtigt. Wichtig ist, dass die neue Verordnung den Zugang zu Feldversuchen mit Pflanzen, die mit diesen neuen Technologien entwickelt wurden, erleichtert und den Weg zu vielfältigeren Nutzpflanzen mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck ebnet“, sagte DFG-Präsidentin Katja Becker.

Leopoldina-Präsident Gerald Haug sagte: „Wir begrüßen den wissenschaftsbasierten Vorschlag der EU-Kommission. Die Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, wird über den Erfolg unserer Bemühungen zur Bewältigung von Klima- und Biodiversitätskrise mitentscheiden. Neue Züchtungstechniken können bei der Transformation der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen.“

Viele der weltweit größten Agrarproduzenten und Handelspartner der EU, darunter die USA, Kanada, Argentinien, Brasilien, Australien, Japan, China und das Vereinigte Königreich, haben bereits wissenschaftlich fundierte, innovationsorientierte rechtliche Rahmenbedingungen für sogenannte NGT-Pflanzen (NGT steht für Neue Genomische Techniken) eingeführt. Die EU benötigt daher eine angemessene Änderung ihrer Gesetzgebung in Bezug auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO), die dem Stand der Wissenschaft sowie den ökologischen und neuen geopolitischen Gegebenheiten Rechnung trägt.

Die beiden Wissenschaftsorganisationen zeigen sich zuversichtlich, dass Fortschritte in Züchtung und Biotechnologie der Schlüssel zur Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung, zur nachhaltigen Erzeugung gesünderer und nährstoffreicherer Lebensmittel und zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel sind. Denn die neuen Züchtungstechniken bieten zwei entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Züchtungsmethoden: Schnelligkeit und Präzision. So können die neuen Technologien einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und zur Züchtung neuer Pflanzensorten leisten, die zu einer gesünderen Ernährung beitragen und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel sind.

Bereits im Jahr 2019 hatten die Leopoldina, die DFG sowie die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften die Stellungnahme „Wege zu einer wissenschaftlich begründeten, differenzierten Regulierung genomeditierter Pflanzen in der EU“ veröffentlicht. Im Januar 2023 folgte eine Positionierung mit dem Titel „Für eine zeitgemäße Regulierung der Produkte neuer Züchtungstechniken als Beitrag zur Bewältigung multipler Krisen des 21. Jahrhunderts“ der Ständigen Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung der DFG.

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