Nachricht Einfache und global anwendbare Regeln für die Gewinnung von Wasserstoff in der EU schaffen

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Die von der EU-Kommission entworfenen Regeln zum Aufbau einer auf grünem Wasserstoff basierenden Wirtschaft sollten vereinfacht werden. Nur so kann sich diese Technologie schnell entwickeln. Das geht aus einem Kommentar zu einem entsprechenden Regelwerk-Entwurf der EU-Kommission hervor, der heute von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina veröffentlicht wurde. Unter dem Titel „Mit einfacheren Regeln den Technologiehochlauf von Wasserstoff schneller ermöglichen“ geben die Autorinnen und Autoren Empfehlungen für Anpassungen.

Das Regelwerk ist ein Entwurf für zwei sogenannte Delegierte Rechtsakte der Europäischen Kommission im Rahmen der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (EU). Sie sollen den Rechtsrahmen für den Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft bilden. Festgelegt wird hier zum Beispiel, aus welchen Quellen und unter welchen Bedingungen eine wasserstoffproduzierende Anlage Strom beziehen darf, um ihr Produkt als „erneuerbar“ zu klassifizieren. Der Entwurf wurde am 20. Mai veröffentlicht und konnte bis zum 17. Juni im Rahmen eines Konsultationsprozesses von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Interessengruppen kommentiert werden. Anschließend wird er überarbeitet und dem Europäischen Parlament sowie dem Europäischen Rat vorgelegt. Mit dem bei der EU-Kommission eingereichten Kommentar beteiligt sich die Leopoldina an diesem Konsultationsprozess.  

Die Autorinnen und Autoren bezweifeln, dass das von der EU-Kommission vorgeschlagene Regelwerk die notwendige Dynamik für den Start einer Wasserstoffwirtschaft in Gang setzen wird. Dafür müssten die Regeln verständlicher, einfacher, berechenbarer und dazu global leicht anwendbar sein. Wasserstoff wird als Energieträger essentiell sein, um langfristig auch in denjenigen Bereichen klimaneutral zu werden, in denen fossile Energie nicht durch Strom ersetzt werden kann, schreiben sie. Sein Einsatz in der chemischen Industrie, der Stahlproduktion und im Schwerlastverkehr stellt jedoch einen grundlegenden Wandel und tiefgreifenden Technologiewechsel dar, der in der bisher vorgesehenen Übergangsfrist bis Ende 2026 nicht zu bewerkstelligen ist.  

In der Anlaufphase halten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler es für angemessen, auch Wasserstoff mit einem höheren CO2-Fußabdruck zu produzieren, um weltweit Erfahrungen jenseits von Versuchsanlagen zu sammeln. Um zu verhindern, dass fossile Energieträger länger als notwendig zur Wasserstoffproduktion verwendet werden, muss der Einsatz fossiler Energieträger deutlich verteuert werden.

Auch bei den Kriterien, nach denen Wasserstoff als “erneuerbar” eingestuft wird, sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Änderungsbedarf. Diese sollten ausschließlich am CO2-Fußabdruck des Wasserstoffs ansetzen und nicht an einzelnen Technologien. Nur so kann eine transparente, weltweit standardisierte Zertifizierung stattfinden. Für die EU schlagen sie vor, den CO2-Fußabdruck von Wasserstoff mit dem jeweils gültigen CO2-Preis zu belegen. Durch einen wirksamen, sektorübergreifenden und ansteigenden CO2-Preis, der auch auf importierten Wasserstoff angewendet wird, kann kleinteilige Regulierung weitgehend vermieden werden.

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