Nachricht Evolutionsbiologie an Schule und Hochschule

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Die Evolutionsbiologie ist das übergreifende Erklärungsprinzip der Lebenswissenschaften. Aktuelle Fragen, wie zunehmende Antibiotikaresistenzen, Ausbreitung von Epidemien, neue Zivilisationskrankheiten oder soziale Konfliktlösung können mit evolutionsbiologischen Modellen beschrieben werden. Gemessen an ihrer gewachsenen Bedeutung sollten die modernen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie in Schule und Hochschule stärker vertreten sein. Darauf weist die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Stellungnahme „Evolutionsbiologische Bildung in Schule und Hochschule“ hin, die am 19. April veröffentlicht wurde.

Die Evolutionsbiologie liefert Erkenntnisse zum Selbstverständnis des Menschen, zu seinen Interaktionen mit Umwelt und Mitmenschen, ökonomischem Handeln und kultureller Entwicklung. Viele Fragen, zum Beispiel auf welchen Wegen sich Krankheitserreger um die Welt bewegen, wie Bakterien Antibiotikaresistenzen entwickeln oder wie sich Krebszellen im Körper vermehren, lassen sich mit Hilfe der Evolutionsbiologie beantworten. Evolutionsbiologische Modelle zeigen Wege zur Lösung von Interessenkonflikten sowohl innerhalb von sozialen Gruppen, wie auch im ökologischen Kontext. Angesichts dieser in den letzten Jahrzehnten schnell gewachsenen Bedeutung sieht die Leopoldina Nachholbedarf im Umfang, den evolutionsbiologische Inhalte an Schulen und Hochschulen einnehmen, und formuliert dazu Empfehlungen. Die Stellungnahme empfiehlt zunächst eine genaue Bestandsaufnahme der Situation in Forschung und Lehre und regt an, eine länderübergreifende Koordinierungsgruppe einzurichten. An den Universitäten empfiehlt das Papier, evolutionsbiologischer Forschung und Lehre eine zentralere und interdisziplinärere Rolle zu geben. Für den Schulunterricht befürwortet die Stellungnahme, dass die Evolutionsbiologie als „roter Faden“ des Biologieunterrichtes ab Klasse 5 etabliert wird. Die mitunter abstrakten Konzepte und Modelle sollten im Unterricht mittels anschaulicher Beispiele und Experimente vermittelt werden. Ein bundesweites Rahmen-Curriculum könnte dafür sorgen, dass das Thema Evolution nicht erst am Ende der Schulzeit seinen Platz findet. Die Stellungnahme fordert darüber hinaus, auch in anderen Schulfächern Berührungspunkte deutlich zu machen.Nächste Nachricht Zurück

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