Florian Klein ist ein international führender Experte auf dem Gebiet der virologischen und immunologischen Infektionsforschung. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Erforschung der gegen Viren gerichteten Antikörperantwort im menschlichen Organismus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung und Entwicklung von breit-neutralisierenden monoklonalen Antikörpern gegen das Humane Immundefizienz-Virus 1 (HIV-1) sowie deren Einsatz in Prävention und Therapie. HI-Viren zeichnen sich durch eine hohe Mutationsrate aus und entwickeln dadurch Resistenzen gegen das Immunsystem oder eingesetzte Medikamente. Die breit-neutralisierenden monoklonalen Antikörper tragen seltene Sequenzeigenschaften und sind dadurch in der Lage, nicht nur ein HI-Virus, sondern verschiedenen Varianten gezielt zu neutralisieren. Erst kürzlich haben Klein und sein Team einen neuen HIV-1 Antikörper entdeckt, der in Labortests fast alle bekannten HIV-Varianten blockiert hat und das Potenzial hat, die Bekämpfung von HIV zu verbessern.
Florian Klein studierte Medizin in Köln, Zürich/Schweiz, Bologna/Italien und Boston/USA. Nach einer Tätigkeit als Assistenzarzt in der Klinik I für Innere Medizin in Köln und seiner Promotion 2009 wechselte er an die Rockefeller University in New York/USA. Hier spezialisierte er sich auf die Erforschung des HI-Virus und die Möglichkeiten einer Antikörper-vermittelten Prävention und Therapie. 2013 wurde er an der Rockefeller University zum Assistant Professor of Clinical Investigation ernannt. 2015 folgte er einem Ruf nach Köln auf eine DFG-Heisenberg-Professur und gründete am Zentrum für Molekulare Medizin (ZMMK) seine Arbeitsgruppe für Experimentelle Immunologie. Seit Februar 2017 ist er Direktor und Lehrstuhlinhaber des Instituts für Virologie an der Uniklinik Köln. Für seine Forschung wurde Florian Klein bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2017 mit dem Georges-Köhler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, 2016 mit dem Preis für Translationale Infektionsforschung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung sowie 2020 mit dem Heinz-Ansmann-Preis für AIDS-Forschung.
Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg verleiht seit 2009 alle zwei Jahre den Hamburger Wissenschaftspreis. Gestiftet wird die mit 150.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve.