Nachricht Fünf Leopoldina-Mitglieder werden mit dem Leibniz-Preis 2021 ausgezeichnet

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnet zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Leibniz-Preis 2021 aus. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern sind fünf Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina: Asifa Akhtar, Elisabeth André, Rolf Müller, Jürgen Ruland und Volker Springel. Die Leibniz-Preise sind mit je 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten dotiert und werden am 15. März 2021 in einem virtuellen Rahmen verliehen.

Die Molekularbiologin Asifa Akhtar erhält den Leibniz-Preis für ihre zellbiologischen Arbeiten zu Mechanismen der epigenetischen Genregulation. Mit ihnen leistete sie einen bahnbrechenden Beitrag zum Verständnis der X-Chromosomenregulation, auch als „Dosiskompensation“ bekannt. Asifa Akhtar wurde 1997 am Imperial Cancer Research Fund in London promoviert. Ihre Forschung setzte sie am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg fort, wo sie von 2001 bis 2009 eine Forschungsgruppe leitete. Danach wechselte sie an das Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, wo sie 2013 zur Direktorin der Abteilung für Chromatin-Regulierung ernannt wurde. Seit 2019 ist Akhtar Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
 
Die Informatikerin Elisabeth André wird für die Etablierung des Forschungsgebiets der konversationellen emotionalen Agenten im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) ausgezeichnet. Es liefert die Grundlagen dafür, dass zukünftige KI-Systeme menschzentrierter agieren können. Elisabeth André wurde 1995 an der Universität des Saarlandes im Fach Informatik promoviert. Bereits zuvor leitete sie mehrere Projekte am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken. 2001 folgte sie einem Ruf auf den Lehrstuhl für Multimodale Mensch-Technik-Interaktion an das damals neu errichtete Institut für Informatik der Universität Augsburg. André ist seit 2010 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
 
Dem Pharmazeuten Rolf Müller gelang es, in der Wirkstoffforschung neue Methoden aus Molekularbiologie und Synthetischer Biologie, Bioinformatik und Funktionaler Genomik einzusetzen und so zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Krankheitserreger beizutragen. Müller wurde 1994 in Bonn in Pharmazeutischer Biologie promoviert. Im Anschluss forschte er zwei Jahre an der University of Washington in Seattle (USA). 2000 habilitierte er sich an der TU Braunschweig und nahm 2003 den Ruf auf eine Professur für Pharmazeutische Biochemie an die Universität des Saarlandes an. Seit 2010 ist er dort auch Geschäftsführender Direktor am neu gegründeten Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland. Müller ist seit 2016 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
 
Der Immunologe Jürgen Ruland erhält den Leibniz-Preis für seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Immunologie, die zu einem grundlegend neuen Verständnis der Signalübertragungswege in Immun- und Krebszellen geführt haben. Nach seiner Promotion 1996 am Institut für Pharmakologie der Justus-Liebig-Universität Gießen war Jürgen Ruland zunächst am Ontario Cancer Institute in Toronto (Kanada) tätig. 2003 wechselte er als klinischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter an die TU München. 2010 wurde er dort Professor und Direktor des neu gegründeten Instituts für Molekulare Immunologie und 2012 Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Pathobiochemie am Klinikum rechts der Isar. Ruland ist seit 2010 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
 
Der Physiker Volker Springel wird für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Numerischen Astrophysik mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. Er entwickelte neue numerische Methoden, die den Präzisionsstandard in diesem Forschungsfeld beträchtlich erhöht haben. Nach seiner Promotion in Astrophysik an der LMU München 2000 ging Volker Springel als Postdoktorand nach Harvard, bevor er ab 2001 in verschiedenen Positionen am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching forschte. Rufe nach Cambridge und Harvard lehnte er 2009 ab und entschied sich dafür, als einer der Gründungsgruppenleiter eine Professur am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) anzunehmen. Im Jahr 2018 kehrte er als Direktor an das MPI in Garching zurück. Seit 2016 ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

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