Nachricht Gesundheitliche Ungleichheit im Lebensverlauf

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Die Lebenserwartung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Die dafür verantwortlichen Faktoren scheinen allerdings nicht allen sozialen Schichten gleichermaßen zugute zu kommen. Denn immer noch sterben Menschen mit geringerem sozialem Status viele Jahre früher als sozial besser gestellte Menschen. Zu diesem Ergebnis kommen die Autorinnen und Autoren der Publikation „Gesundheitliche Ungleichheit im Lebensverlauf“.

Unterschiede in der Sterblichkeit durchziehen die gesamte soziale Schichtungsstruktur der Gesellschaft. Bereits die Mitglieder der zweithöchsten von fünf Einkommensschichten haben eine geringere durchschnittliche Lebenserwartung als die der obersten Schicht, schreiben die Herausgeber Prof. Dr. Johannes Siegrist und Prof. Dr. Ursula M. Staudinger in ihrer Einleitung. Dieser Trend setze sich auf jeder nachfolgenden Stufe der Einkommensdifferenzierung fort. Der Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen der niedrigsten und der obersten sozialen Schicht beträgt mehr als acht Jahre bei Männern und mehr als vier Jahre bei Frauen und ist einer der am besten gesicherten Befunde der epidemiologischen Forschung.

Die am 3. September erschienene Leopoldina-Publikation „Gesundheitliche Ungleichheit im Lebensverlauf“ enthält Kurzfassungen von Beiträgen einer gleichnamigen Tagung, die im November 2018 in Berlin stattgefunden hat. Dabei wurden drei Zielsetzungen verfolgt: Erstens sollten die Referentinnen und Referenten einen möglichst aktuellen und gesicherten Wissensstand vorstellen. Dazu wurde Expertise aus verschiedenen Disziplinen einbezogen, insbesondere der Epidemiologie, der Soziologie, der Psychologie und der Ökonomie. Zweitens sollte der wissenschaftliche Diskurs im Vordergrund stehen. Unter anderem thematisieren die Beiträge deswegen ungelöste Fragen und Widersprüche bezüglich der Kausalität von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit. Drittens lag ein Fokus auf der Perspektive des Lebensverlaufes. Dabei gehen die Autorinnen und Autoren der Frage nach, in welchem Lebensabschnitt in Abhängigkeit von der sozialen Lage welche Weichen für Gesundheit und Krankheit gestellt werden.

In der Reihe „Leopoldina-Forum” dokumentiert die Nationale Akademie der Wissenschaften vielfältige Perspektiven auf Fragestellungen hoher Relevanz für Wissenschaft und Gesellschaft.

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