Mitglied im Fokus Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis geht an Asifa Akhtar

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Die Biologin Asifa Akhtar erhält einen der zehn Förderpreise im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für das Jahr 2021. Sie wird für ihre zellbiologischen Arbeiten zu Mechanismen der epigenetischen Genregulation ausgezeichnet. Akhtar forscht am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg und ist aktuell Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft. 2019 wurde sie in die Sektion Biochemie und Biophysik der Leopoldina gewählt.

Akhtars Forschungsschwerpunkt liegt auf der Regulierung der Zugänglichkeit genetischer Informationen. Entscheidend sind hier epigenetische Mechanismen. Die Beteiligung epigenetischer Modifikatoren ist für die Embryonalentwicklung, die Identität des Zelltyps sowie für Reaktionen auf Umwelteinflüsse wie Stress oder Ernährung von wesentlicher Bedeutung. Seit langem interessiert sich Akhtar für die Regulation der Genexpression durch epigenetische Mechanismen, im Besonderen wie die Expression von Genen auf dem X-Chromosom während des klassischen epigenetischen Phänomens der Dosierungskompensation zwischen männlichen und weiblichen Organismen ausgeglichen wird. Langfristig möchte die Wissenschaftlerin herausfinden, wie der Verlust von epigenetischen Regulatoren zur Entstehung von Krankheiten führt. Akhtar entdeckte außerdem Parallelen zwischen der Regulierung der Genexpression im Zellkern und der Genregulation in den Mitochondrien der Zelle.

Asifa Akhtar wurde 1997 am Imperial Cancer Research Fund in London (Vereinigtes Königreich) promoviert. Ihre Forschung setzte sie am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg fort, wo sie – nach einem Zwischenstopp am Adolf Butenandt-Institut in München – von 2001 bis 2009 eine Forschungsgruppe leitete. Danach wechselte sie an das Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, wo sie 2013 zur Direktorin der Abteilung für Chromatin-Regulierung ernannt wurde. Seit 2019 ist Akhtar Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis gilt als die bedeutendste Auszeichnung in der deutschen Wissenschaft und wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro können Preisträgerinnen und Preisträger bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden. Die Leibniz-Preise 2021 werden im kommenden Jahr am 15. März in einem virtuellen Rahmen verliehen. Zu den Ausgezeichneten gehören auch die Leopoldina-Mitglieder Elisabeth André, Rolf Müller, Jürgen Ruland und Volker Springel.

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