Ihre Ideen verbinden Klima- und Biodiversitätsfragen mit nachhaltigem Wirtschaften, aber auch mit demokratischen Beteiligungsprozessen und Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Die Ansätze werden in einer heute veröffentlichten Graphic Novel aufbereitet. Parallel ist ein Film entstanden, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das Projekt begleitet.
Im Rahmen der Zukunftswerkstatt haben die beteiligten 29 jungen Erwachsenen in einem vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI moderierten Prozess eine Vision für den idealen Landkreis im Jahr 2070 entwickelt. Dabei brachten sie ihre unterschiedlichen gesellschaftlichen und fachlichen Perspektiven, beispielsweise aus der Landwirtschaft, sozialen Berufen, der Medizin, der IT und der Forstwirtschaft in die Diskussion ein. Daneben haben sie Input von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen erhalten, die dem Diskussionsprozess ein wissenschaftliches Fundament gegeben haben. Der ideale Landkreis ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem Fragen des gemeinsamen nachhaltigen Wirtschaftens mit denen des sozial gerechten Zusammenlebens in Einklang gebracht werden sollen. Die Ideen reichen deshalb von lokaler und regionaler Wertschöpfung im Rahmen der planetaren Grenzen über Kreislaufwirtschaft, ökologische Land- und Waldwirtschaft bis hin zu lebenswertem Wohnraum, nachhaltiger Mobilität, Inklusion und Partizipation. Zur Zukunftswerkstatt ist ein Film entstanden, der die Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorstellt, zur Lösung dieses Problems beizutragen. Außerdem veranschaulicht eine Graphic Novel, wie der Visioningprozess der Zukunftswerkstatt ablief, und wie die positive Zukunftsvision der jungen Erwachsenen aussieht. Der Film, die Graphic Novel sowie weitere Informationen zur Zukunftswerkstatt sind auf der Website der Leopoldina abrufbar.
Die Zukunftswerkstatt „Landwende: Wie wollen wir Leben?“ fand vom 3. bis 7. April 2024 an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) statt. Die 29 beteiligten jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren wurden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Disziplinen Biodiversität, Klima, Ernährung, Ethik, Psychologie, Ökonomie, Recht und Politik unterstützt. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Leopoldina-Mitglied Katrin Böhning-Gaese, Biologin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.