Mitglied im Fokus Heineken-Preis für Medizin geht an Karl Deisseroth

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Die Königlich Niederländische Akademie der Künste und Wissenschaften hat den Dr. A.H. Heineken-Preis 2020 für Medizin an Karl Deisseroth für seine Beiträge im Feld der Optogenetik verliehen. Deisseroth ist Professor für Bioengineering und Psychiatrie an der Stanford University und Wissenschaftler am Howard Hughes Medical Institute (beide USA). Seit 2014 ist der gebürtige US-Amerikaner Mitglied der Leopoldina.

Deisseroth wird für die Entwicklung der Optogenetik – einer Methode zur Beeinflussung der Aktivität von Nervenzellen mit Licht – sowie für die Entwicklung der Hydrogel-Gewebechemie ausgezeichnet. Letztere ermöglicht, biologisches Gewebe für Licht- und Molekülsonden zugänglich zu machen. Beide Entdeckungen spielen eine wichtige Rolle in der aktuellen Hirnforschung. Der Forscher zeigte, dass es möglich ist, mit Licht einer bestimmten Wellenlänge eine bestimmte Gruppe von Nervenzellen einzuschalten und auf Wunsch gleichzeitig eine andere Gruppe mit Licht einer anderen Wellenlänge auszuschalten. Das wiederum erlaubte der Hirnforschung andere „spektakuläre Einblicke”, so die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften (Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen, KNAW) in ihrer Begründung für die Preisverleihung. Mit der Methode können zum Beispiel Wahrnehmungen, Bewegungen und sogar höhere Gehirnfunktionen beeinflusst werden. Wie in Versuchen mit Tieren gezeigt werden konnte, können so der Lernprozess und das Gedächtnis sowie die Motivation eines Individuums für bestimmte Handlungen verändert werden.

Der US-Amerikaner Deisseroth studierte Biochemie an der Harvard University. Promoviert wurde er 1998 an der Stanford University (beide USA) in Neurowissenschaften sowie 2000 in Humanmedizin. In Stanford arbeitet er seit 2005 als Hochschullehrer für Bioeningeering sowie für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften. Seit 2013 ist er zudem Professor am Karolinska Institutet in Stockholm (Schweden) und seit 2014 Forscher am Howard Hughes Medical Institute (USA). Karl Deisseroth hat für seine Forschungsleistungen mit dem Brain Prize, dem Lurie Prize in Biomedical Sciences und dem Else-Kröner-Fresenius-Preis für Medizinische Forschung bereits mehrere hochdotierte Auszeichnungen erhalten.

Die Bekanntgabe der diesjährigen Heineken-Preise durch die KNAW erfolgte im Juni. Alle zwei Jahre werden die Preise an fünf führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen. Sie wurden 1964 von Alfred H. Heineken zu Ehren seines Vaters Dr. Henry P. Heineken ins Leben gerufen und zählen in den Niederlanden zu den höchsten Auszeichnungen in Kunst und Wissenschaft. Die Preise sind jeweils mit 200.000 US-Dollar dotiert. In diesem Jahr werden sie am 1. Oktober überreicht.

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