Die Stiftung würdigt mit dem Preis Hackbuschs Beiträge zur numerischen Mathematik. Seine Forschung trug zur Entwicklung von numerischen Verfahren zur Lösung von Integral- und partiellen Differentialgleichungen sowie zur Behandlung hochdimensionaler Tensoren bei. „Wolfgang Hackbuschs Arbeiten schöpfen“, so erklärt Thomas O. Höllmann, der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, „aus tiefliegenden analytischen und komplexitätstheoretischen Einsichten elegante und effiziente numerische Methoden von hoher Relevanz für Anwendungen, zum Beispiel in der Fluiddynamik und der Quantenchemie.“ Hackbusch befasst sich mit der Behandlung von elliptischen Differentialgleichungen und von Integralgleichungen, insbesondere solche der Randintegralmethode. Hier wurde das Paneel-Clusterungsverfahren entwickelt, das schließlich zur neuartigen Technik der hierarchischen Matrizen führte, die Matrixoperationen auch für große, vollbesetzte Matrizen zulässt.
Wolfgang Hackbusch studierte Mathematik und Physik an den Universitäten Marburg und Köln. 1980 wurde er auf eine Professur an der Ruhr-Universität Bochum berufen. Im Jahr 1982 wechselte er an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf eine Professur für Praktische Mathematik. Von 1999 bis zu seiner Pensionierung Anfang 2014 war er Wissenschaftliches Mitglied und Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig und zugleich Honorarprofessor an der Universität Leipzig. Hackbusch ist Gründungsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2006 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen erhielt er unter anderem 1994 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 1996 die Brouwer-Medaille der Niederländischen Mathematischen Gesellschaft.