Im Vorfeld der Eröffnung am Donnerstag wählt der Senat der Leopoldina eine neue Präsidentin. Die Person wird das Amt im Februar 2025 von Gerald Haug, dem XXVII. Präsidenten der Leopoldina, übernehmen.
Zur Eröffnung hält Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, ein Grußwort. Bevor die Jahresversammlung die Entstehung des Lebens aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven thematisiert, weitet Thomas Zurbuchen in seiner Festrede den Blick bis hinaus ins Weltall. Der schweizerisch-US-amerikanische Astrophysiker und ehemalige Wissenschaftsdirektor der NASA berichtet vom „Geflüster aus anderen Welten: Die Suche der NASA nach Leben im Kosmos“. Auch der Abendvortrag fragt nach potenziellem Leben im All: Der Schweizer Astronom Didier Queloz spricht über die Suche nach Planeten, die außerhalb des Sonnensystems einen anderen Stern umkreisen. 2019 erhielt er für die Entdeckung des ersten sogenannten Exoplaneten den Nobelpreis für Physik.
Im Rahmen der Eröffnung wird der Biochemiker Georg Hochberg mit dem neuen Preis „ZukunftsWissen – der Early Career Award von Leopoldina und Commerzbank-Stiftung“ ausgezeichnet. Er erforscht die Evolution der Struktur und Funktion heute existierender Proteine. Am Freitag wird Hochberg einen Vortrag über seine Forschungsarbeiten halten.
Zudem wird die Cothenius-Medaille 2024 an Leopoldina-Mitglied Roger Goody für sein wissenschaftliches Lebenswerk verliehen. Der Biochemiker entschlüsselte grundlegende biologische Mechanismen bei Stoffwechselvorgängen und leistete damit wichtige Beiträge zur Erforschung von Krebs-, Augen- und Hirnerkrankungen.
Der langjährige Vizepräsident der Leopoldina Gunnar Berg erhält für sein einzigartiges jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Akademie die Verdienst-Medaille.
In den fachlichen Sessions am Freitag erläutern Expertinnen und Experten aus den Natur- und Geisteswissenschaften in ihren Vorträgen, wo das Leben beginnt, wie es einmal entstanden sein könnte und ob dies bei bestimmten Bedingungen wie ein Naturgesetz ganz automatisch abläuft. So berichtet die US-amerikanische Astronomin Laura Kreidberg, die unter anderem mit dem Weltraumteleskop James Webb arbeitet, von der Suche nach Atmosphären auf Gesteinsplaneten. Der Astronom und Harvard-Professor Dimitar Sasselov stellt geochemische Modelle der frühen Erdgeschichte vor. Die Chemikerin Claudia Bonfio spricht über ihre Forschung an primitiven Zellen. Sie untersucht, wie aus unbelebter Materie die ersten Zellen entstanden sein könnten. Die Mikrobiologin Christa Schleper zeigt, wie sich Mikroorganismen zu komplexen Lebensformen entwickelten. Geisteswissenschaftliche Perspektiven vermittelt der Philosoph Christof Rapp, der erläutert, wie schon in der antiken griechischen Philosophie über den Ursprung und Beginn des Lebens nachgedacht wurde.
Die wissenschaftliche Koordination der Jahresversammlung 2024 haben der Chemiker Thomas Carell und der Astrophysiker Thomas Henning übernommen.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, ist kostenfrei und wird auch online übertragen. Die Vorträge werden auf Englisch gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt.