Mitglied im Fokus Jules Hoffmann erhält Nobelpreis für Medizin 2011

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Der Biologe und Immunologe Jules Alphonse Hoffmann (70), Mitglied der Leopoldina und ehemaliger Präsident der französischen Nationalakademie Académie des sciences, wurde am 3. Oktober 2011 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Hoffmann erhielt die Hälfte der Auszeichnung gemeinsam mit dem US-Amerikaner Bruce A. Beutler für Forschungen zum Immunsystem und insbesondere für die Entdeckungen zur Aktivierung der angeborenen Immunität. Der Preis wurde am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm vom schwedischen König überreicht.

Mit der anderen Hälfte des Nobelpreises für Medizin wurde der Kanadier Ralph M. Steinman, für die Entdeckung der dendritischen Zellen geehrt, die eine wichtige Rolle für die Anpassung des Immunsystems spielen. Er war bereits am 30. September 2011 verstorben. Die Nobel Stiftung hatte dies nicht gewusst, entschied jedoch am 4. Oktober, an Steinman als Preisträger festzuhalten.

Die Forschung der drei Preisträger habe das Verständnis für das Immunsystem revolutioniert. Beutler und Hoffmann entdeckten Rezeptorproteine, die Bakterien und andere Mikroorganismen bei ihrem Eintritt in den Körper erkennen und die erste Verteidigungslinie des Immunsystems aktivieren können. In der nächsten Phase der Reaktion des Immunsystems kommt die von Steinman entdeckte dendritische Zelle zum Einsatz. Aus den Entdeckungen der drei Immunologen haben sich neue Forschungsfelder eröffnet, die die Entwicklung von vorbeugenden und Therapiemaßnahmen gegen Infektionen, Krebs und Entzündungskrankheiten verbessern können, urteilte das Nobelkomitee.

Jules Hoffmann wurde 1941 in Luxemburg geboren und ist seit 1970 französischer Staatsbürger. Er studierte an der Universität Louis Pasteur in Straßburg Biologie und Chemie und wurde dort 1969 promoviert. Seit 1964 war Hoffmann Forschungsassistent und seit 1974 Forschungsdirektor am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Straßburg. 1978 erhielt er eine Professur für Zoologie und allgemeine Biologie an der Universität Louis Pasteur. Von 1994-2006 war Hoffmann Direktor des Instituts für molekulare und zelluläre Biologie des CNRS. In den Jahren 2007-2008 war er Präsident der französischen Nationalakademie, der Académie des sciences in Paris, deren korrespondierendes Mitglied er seit 1987 war und in die er 1992 aufgenommen wurde.

Der Leopoldina, deren Mitglied er seit 1988 ist, war Hoffmann stets eng verbunden. So hielt er unter anderem die Festrede anlässlich der Ernennung der Leopoldina zur deutschen Nationalakademie im Jahr 2008. Lange Zeit brachte Hoffmann sein umfangreiches Wissen als Senator im Senat der Leopoldina ein, dem er bis zum Herbst dieses Jahres angehörte.

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