Nachricht Krankenhausreform: Leopoldina empfiehlt Stärkung der wissenschaftlich fundierten Gesundheitsversorgung

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Das Gesundheitssystem in Deutschland soll es ermöglichen, alle Patientinnen und Patienten zur richtigen Zeit und am geeigneten Ort bestmöglich so zu behandeln, wie es ihrem medizinischen Bedarf und dem jeweils anerkannten Stand der Wissenschaft entspricht. Diese wissenschaftlich fundierte Patientenversorgung erfordert eine exzellente Forschung, deren Ergebnisse rasch in der medizinischen Praxis umgesetzt werden. Auf diesen Aspekt macht die Leopoldina in der Ad-hoc-Stellungnahme „Die Krankenhausreform für eine wissenschaftlich fundierte Gesundheitsversorgung nutzen“ aufmerksam.

Darin plädieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine zentrale Rolle der Universitätsmedizin bei der Bildung und Koordination von forschungsbasierten Versorgungsnetzwerken.

Der medizinisch-technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat im Gesundheitswesen zu einem Gewinn an Lebenszeit und Lebensqualität geführt. Defizite im Versorgungssystem und falsche finanzielle Anreize gefährden jedoch die qualitätsorientierte, von wissenschaftlichen Erkenntnissen geprägte bestmögliche Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten in Deutschland. Rahmenbedingungen wie globale Krisen, Fachkräftemangel, zunehmende Arbeitsverdichtung, Investitionsstau und die Konkurrenz um knappe Ressourcen stellen das Versorgungssystem vor große Herausforderungen.

Die Autorinnen und Autoren empfehlen die Bildung von Netzwerkstrukturen in der Gesundheitsversorgung mit einer zentralen koordinierenden Rolle der Universitätsmedizin. Damit auch komplexe und seltene Fälle bedarfsgerecht und hochwertig versorgt werden können, sollen entsprechende Versorgungsleistungen vornehmlich an spezialisierten Zentren angeboten werden. Diese sollten bestimmte Voraussetzungen erfüllen, darunter die Expertise in der Zusammenarbeit von ambulantem und stationärem Bereich und Kompetenzen in Forschung, Aus-, Weiter- und Fortbildung. Die dafür notwendigen Strukturen müssen durch finanzielle und personelle Ressourcen untersetzt werden.

Die Expertinnen und Experten betonen die Bedeutung wissenschaftsinitiierter klinischer Studien für eine zügige Übertragung von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung. Um hochwertige Daten in ausreichender Menge zu generieren, sollen möglichst viele geeignete Patientinnen und Patienten in die Studien integriert werden können. Notwendig dafür sind die enge Verbindung von universitätsklinischen Zentren mit anderen Krankenhäusern sowie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten einerseits und die Partnerschaft mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen andererseits. Im Sinne der vernetzten Forschung wird empfohlen, Rechtsgrundlagen für die Verknüpfbarkeit und wissenschaftliche Nutzbarkeit von Daten aus dem Gesundheitssystem zu schaffen.

Hinsichtlich des medizinischen Personals empfehlen die Fachleute die bessere Förderung forschender Ärztinnen und Ärzte (Clinician Scientists) sowie andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Gesundheitsforschung (Medical Scientists). Dies sei Voraussetzung für die Ausweitung medizinischer Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Sie plädieren zudem dafür, Forschungszeiten für die ärztliche Weiterbildung anzuerkennen.

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