Nachricht Leopoldina-Jahresversammlung 2011 ist eröffnet

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Die dreitägige Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zum Thema „Was ist Leben?“ wurde heute morgen im Kongress- und Kulturzentrum in Halle (Saale) eröffnet. Sie setzt am heutigen Tag Schwerpunkte bei den Themen „Herkunft des Lebens“ sowie „Elementare Lebensprozesse – Synthetisches Leben“. Am Vormittag wurden herausragende Wissenschaftler mit Auszeichnungen geehrt.

Am Nachmittag sprachen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff vor rund 500 Gästen in Halle. Angela Merkel sprach unter anderem die reiche Wissenschaftslandschaft in Deutschland an. „Dennoch gibt es aber eine Stimme, die für die Wissenschaft in ihrer Gesamtheit spricht. Das ist die Leopoldina“, sagte sie. Die Nationalakademie Leopoldina sei als wissenschaftlicher Meinungsgeber aus der politischen Landschaft nicht mehr wegzudenken und werde auch international gehört. „Themen, in denen die Politik Beratung braucht, gibt es zuhauf“, erklärte die Bundeskanzlerin.Die Teilnehmer der Leopoldina-Jahresversammlung diskutieren in insgesamt 18 Vorträgen die Frage nach dem Leben und schlagen dabei eine Brücke zwischen den Natur-, Geistes- und Lebenswissenschaften. Für den Präsidenten der Leopoldina, Professor Jörg Hacker, ist ein fächerübergreifender Ansatz wichtig. Naturwissenschaftliche Kriterien, wie ein eigenständiger Stoffwechsel oder die Fähigkeit zur Vermehrung, könnten organisches Lebens beschreiben, aber nicht abschließend erklären: „Hier spielen Fragen der Verantwortung und der Selbstreflexion mit hinein.“

Einblicke in bisher kaum zugängliche Lebensformen

Der Festvortrag von Bärbel Friedrich, Vizepräsidentin der Akademie, nahm die elementare Einheit des Lebens in den Blick – die biologische Zelle mit ihren prägenden Eigenschaften Stoffwechsel, Reproduktion und Austausch genetischer Information. Die Molekularbiologin zeigte, dass Techniken der DNA-Sequenzierung, der Proteom- und Metabolom-Analyse Einblicke in bisher kaum zugängliche Lebensformen erlauben und Aufschluss geben über verwandtschaftliche Beziehungen, die Herkunft der Organismen und ihre Interaktionen mit anderen Lebewesen. Aus den Erkenntnissen über diese komplexen Lebensvorgänge erschließt sich ein neues Forschungs- und Anwendungsfeld, die „Synthetische Biologie“.

Evolution der Schönheit

Am Abend sprach die Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard zur „Evolution der Schönheit“. Anhand des Zebrafischs erklärte sie, wie sich Färbungen und Muster aus Stammzellen entwickeln. „Um die Evolution zu verstehen, ist es notwendig zu wissen, wie die Farbmuster während der Entwicklung entstehen“, sagte Nüsslein-Volhard. „Welche Gene sind beteiligt, wie wirken sie, was sind ihre Produkte?“ Bei Fischen wird das Farbmuster von drei verschiedenen Pigmentzelltypen gebildet. Bereits am ersten Tag der Embryonalentwicklung wandern Neuralleistenzellen, aus denen sich später Pigmentzellen entwickeln, in den Körper und führen zur Anlage von Stammzellen, aus denen sich später die Muster des ausgewachsenen Fisches bilden. Dabei spielen Wanderungsvorgänge sowie intensive Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Zelltypen eine große Rolle. Ziel der aktuellen Forschung ist es, die Gene und ihre Funktionen aufzuspüren, die bei der Variation der Muster während der Evolution eine Rolle spielen.

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