Nachricht Leopoldina-Konferenz „Crossing Boundaries in Science“

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Die klimatischen Veränderungen des Planeten, der starke Rückgang der Biodiversität sowie der intensive Verbrauch von Boden, Wasser und Rohstoffen zeigen, wie stark der Mensch in die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde eingreift. Expertinnen und Experten sprechen bereits vom Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen. Um die negativen Folgen dieser Entwicklungen abzumildern, ist es wichtig, die komplexen Ursachen und Prozesse des Anthropozäns zu verstehen und Handlungsspielräume zu erkennen und umzusetzen. Auf der Konferenz „Crossing Boundaries in Science“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die vom Montag, 24. Juni bis Mittwoch, 26. Juni in Jena stattfindet, diskutieren internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär über Ursachen, Folgen und Lösungen im Anthropozän.

Die Veranstaltung ist zugleich die Eröffnungskonferenz des neuen Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie. Nach der Eröffnung durch Leopoldina-Präsident Gerald Haug, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Patrick Cramer, Jürgen Renn, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie, und Thomas Lengauer, emeritiertes Mitglied am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, steht der Einfluss des Menschen auf das Erdsystem im Fokus, aber auch die Frage, inwieweit das Wissen darüber begrenzt ist.

An den folgenden Tagen werden die wichtigsten Akteurinnen und Akteure im Anthropozän und ihre Handlungsspielräume vorgestellt und diskutiert. Dabei sprechen Expertinnen und Experten aus den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Steuerungsmechanismen sowie die individuelle Verantwortung. Zu den Sprecherinnen und Sprechern gehören die Meeresforscherin Antje Boetius, die Biologin Katrin Böhning‐Gaese, der Historiker Dipesh Chakrabarty (virtuell), der Systemökologe Johan Rockström, der Klimatologe Jochem Marotzke, der Chemiker und Vizepräsident der Leopoldina Robert Schlögl sowie die Physikerin Ricarda Winkelmann, Gründungsdirektorin des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie.

Im Rahmen des Symposiums findet am Montagabend ein öffentlicher Vortrag der Kulturhistorikerin Andrea Wulf statt, die über den Naturforscher Alexander von Humboldt sprechen wird. Der englischsprachige Vortrag „The Invention of Nature – Alexander von Humboldt’s New World“ beginnt um 19:30 Uhr im Volkshaus Jena (Carl-Zeiss-Platz 15).

Die Konferenz ist die dritte Veranstaltung der Reihe „Crossing Boundaries in Science“ (CBiS) der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Ziel ist es, frühzeitig solche Forschungsgebiete zu thematisieren, deren Entwicklung in besonderem Maße von interdisziplinärer Zusammenarbeit abhängig ist. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten und wird auch im Livestream übertragen. Die Konferenzsprache ist Englisch.

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