Insbesondere in den vergangenen 15 Jahren hat sich die Rechtsmedizin deutlich weiterentwickelt. Die moderne Bildgebung ermöglicht es, Körper und ihr Inneres dreidimensional zu modellieren, sodass Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner mögliche Abläufe von Tötungsdelikten virtuell darstellen und nachvollziehen können. Zudem haben sich auch die Möglichkeiten von toxikologischen Untersuchungen extrem weiterentwickelt. Mittlerweile könne sogar ein Zuckerstück im Zürichsee nachgewiesen werden, sagt der Rechtsmediziner. Sein Beispiel kommt nicht von ungefähr: Michael Thali ist seit 2011 Direktor und ordentlicher Professor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich/Schweiz. Der Leopoldina gehört er seit 2015 in der Sektion Pathologie und Rechtsmedizin an. Im Videointerview mit MDR Wissen erläutert er unter anderem, was er in Zukunft von der Rechtsmedizin erwartet und welche Rolle die digitale Dokumentation unseres Alltags für die Zukunft der Forensik spielt.
In dem Format „3 Minuten Zukunft“ machen Leopoldina-Mitglieder ihre komplexen Forschungsthemen mittels alltagsnaher Fragen einem breiten Publikum zugänglich. Die Kurzvideos sind in Zusammenarbeit mit der Redaktion Wissen des Mitteldeutschen Rundfunks entstanden. Sie behandeln Themen, die aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Diskussionen bestimmen oder bestimmen werden. Seit Ende Mai erscheinen die Videos sowie dazugehörige Text- und Hörbeiträge regelmäßig auf der Website von MDR Wissen.