Nachricht Leopoldina-Präsident würdigt verstorbenes Ehrenmitglied Eugen Seibold

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Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina trauert um ihr Ehrenmitglied Eugen Seibold. Der Professor für Geologie und ehemalige Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts an der Universität Kiel wurde 1971 in die Sektion Geowissenschaften der Leopoldina aufgenommen. „Über seine Aufgabe als Obmann der Sektion für Geologie und Paläontologie hinaus hat er dank seiner persönlichen Überzeugungskraft und seines wissenschaftlichen Weitblicks die Idee der Akademie als unabhängige Gemeinschaft herausragender Wissenschaftler verkörpert“, sagte der Präsident der Leopoldina, Professor Jörg Hacker.

Die Stiftung des Georg-Uschmann-Preises für Wissenschaftsgeschichte gemeinsam mit Ilse Seibold im Jahre 1997 werde ihn der Leopoldina „als außergewöhnlichen Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchses immer wieder in Erinnerung rufen“, so Jörg Hacker weiter. Die Akademie sei durch sein Engagement mitgeprägt worden. Eugen Seibold wurde für seine Verdienste um die Leopoldina 1987 mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt, 2003 erhielt er die Verdienstmedaille. Eugen Seibold widmete sich nach sedimentologischen, mikropaläontologischen und Deformationsuntersuchungen in Süddeutschland der Meeresgeologie. Er war wesentlich an der Indienststellung des Forschungsschiffs „Meteor“ beteiligt und leitete damit mehrere Expeditionen in den Indischen und Atlantischen Ozean. Seibold war Co-Chief Scientist auf dem US-Bohrschiff „Glomar Challenger“. Das Kieler Geologische Institut der Universität wurde mit seinen Mitarbeitern und Doktoranden zu einer Keimzelle der Meeresgeologie im Nachkriegsdeutschland. Nach der Emeritierung baute er mit Ilse Seibold das Geologenarchiv an der Universitätsbibliothek in Freiburg aus und publizierte regelmäßig über geologiehistorische Themen. Eugen Seibold wurde am 11. Mai 1918 geboren und starb am 23. Oktober 2013. Er studierte Geologie in Bonn und Tübingen, wurde 1948 promoviert und habilitierte sich 1951. Von 1953 bis 1958 war er Professor für Allgemeine und Angewandte Geologie an der Universität Tübingen, seit 1958 dann an der Universität Kiel Professor und Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts. Von 1980 bis 1985 war er Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und in dieser Funktion unter Anderem maßgeblich an der Begründung des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises beteiligt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und war Mitglied mehrerer Akademien der Wissenschaften, darunter der Académie des Sciences.Nächste Nachricht Zurück

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