Nachricht Magdalena Götz spricht über Stammzellen und Gehirnentwicklung

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„Von der Entstehung bis zur Reparatur des Gehirns“ ist das wissenschaftliche Thema des gemeinsamen Frühjahrsempfangs, zu dem die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Leopoldina Akademie Freundeskreis e. V. am Dienstag, 18. Februar, nach Halle (Saale) einladen. Die Molekularbiologin Magdalena Götz, Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München, spricht an dem Abend über Stammzellen und Gehirnentwicklung.

Zellgeneration und die Funktion von Stammzellen

Magdalena Götz erforscht Zellen des Gehirns, und konzentriert sich dabei auf die Zellgeneration und die Funktion von Stammzellen. Die Molekularbiologin entdeckte, dass auch Gliazellen, die das Stützgewebe des Nervensystems bilden, Stammzelleigenschaften besitzen. Damit leitete sie einen Paradigmenwechsel in den Neurowissenschaften ein.

Götz wies einen molekularen Mechanismus nach, bei dem der Transkriptionsfaktor Pax6 Gliazellen in wenigen Regionen des erwachsenen Gehirns zur Bildung von Nervenzellen anregt. Dass Gliazellen als Stammzellen fungieren und Nervenzellen aus ihnen hervorgehen können, wirft eine neue Sicht auf die Entstehung von Nervenzellen und die Ausdifferenzierung der Großhirnrinde.

Neue Therapieansätze bei Gehirnverletzungen

Zudem erforschte Götz mit ihrem Team, wie sich Gliazellen nach einer Gehirnverletzung verhalten. Dabei konnte sie zunächst zeigen, dass der Transkriptionsfaktor Pax6 einige Gliazellen auch nach einer Verletzung zur Bildung unreifer Nervenzellen anregt.

In neueren Modellversuchen gelang es ihr schließlich, die behandelten Gliazellen nahezu vollständig in reife und funktionsfähige Nervenzellen umzuwandeln. Ihre Forschungen sind damit von hoher Bedeutung für die angewandte Stammzellforschung sowie neue Therapieansätze bei Gehirnverletzungen und -erkrankungen.

Auszeichnung mit Mendel-Medaille 2019

Im Rahmen der Veranstaltung wird Magdalena Götz mit der Mendel-Medaille 2019 geehrt. Götz wird damit für ihre herausragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Neurogenese, der Bildung von Nervenzellen im erwachsenen Gehirn, ausgezeichnet.

Die Mendel-Medaille wurde 1965 zu Ehren Gregor Mendels (1822–1884), dem Begründer der Vererbungslehre, gestiftet. Mit der Auszeichnung würdigt die Leopoldina Pionierleistungen auf dem Gebiet der allgemeinen und molekularen Biologie oder Genetik. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Biophysiker und Nobelpreisträger Max Delbrück (1967) und der Biologie Sydney Brenner (1970), der 2002 den Medizin-Nobelpreis erhielt.

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