Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert etablierte sich im Großraum Jena eine enge Zusammenarbeit zwischen der akademischen Wissenschaft und der Industrie. Der Aufschwung der Physik in Jena ist wesentlich der engen Kooperation zwischen den Optischen Werkstätten Carl Zeiss und der Universität zu verdanken. Diese Zusammenarbeit bestand kontinuierlich über alle Brüche der deutschen Geschichte hinweg. Es entwickelte sich eine spezifische lokale Innovationskultur in Jena, die auf der Verankerung sogenannter „Forschungstechnologen“ sowohl in Wirtschaft als auch in der Wissenschaft beruhte.
Ähnliche Strukturen finden sich auch bei anderen optischen Gerätebauern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, beispielsweise den Leitzschen Werkstätten in Wetzlar. Hier existiert ebenfalls der enge Bezug zu den Universitäten in Gießen und Marburg. Dennoch lassen sich markante Unterschiede, zum Beispiel im Verhältnis der Unternehmen zum Nationalsozialismus herausarbeiten.