May-Britt Moser ist Neurowissenschaftlerin. Sie ist Gründungsmitglied und seit 2007 Ko-Direktorin des norwegischen Kavli-Instituts für Systemische Neurowissenschaften. Zudem ist sie Gründungsdirektorin und seit 2013 Leiterin des Zentrums für Neuronale Berechnungen am Kavli-Institut der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens in Trondheim. Moser wurde durch ihre Arbeiten zur räumlichen Orientierung und zum räumlichen Gedächtnis bekannt. Gemeinsam mit Edvard Moser entdeckte sie im Gehirn einen Zelltyp (Grid-Zellen), der eine genaue Orientierung im Raum ermöglicht. Hierdurch konnte zum ersten Mal eine Denkleistung auf neuronaler Ebene nachgewiesen werden. Für die Entdeckung der Grid-Zellen erhielten John O’Keefe sowie May-Britt Moser und Edvard Moser 2014 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.
Der Vortrag ist die Auftaktveranstaltung des Leopoldina-Symposiums der Klasse II – Lebenswissenschaften, das am Donnerstag, 23. Mai, in Halle (Saale) stattfindet. Das Symposium mit dem Titel „Leopoldina Life Science Symposium 2019“ versteht sich als Forum für den interdisziplinären Austausch. In ihren Vorträgen geben sechzehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in die aktuelle Forschung ihrer Fachgebiete. Sie sprechen unter anderem über Digitalisierung in der medizinischen Forschung und Versorgung (Prof. Dr. Roland Eils, Berlin), über Ausbrüche gefährlicher Virus-Erkrankungen (Heinz Feldmann, Hamilton, USA) und über nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit (Matin Qaim, Göttingen).