Beim synthetischen Bauen lässt sich eine Vielzahl chemischer Verbindungen nutzen, weit mehr als sie dem menschlichen Körper zur Verfügung stehen. So können zahlreiche neue Materialien hergestellt werden. Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung komplexer künstlicher molekularer Systeme ist die Kontrolle über dynamische Funktionen. Leopoldina-Mitglied Ben L. Feringa entwickelte Nanomotoren, die das Licht nutzen, um eine gerichtete Rotorbewegung zu erzeugen. Dadurch sind sie steuerbar.
Solche Fortschritte in der molekularen Nanotechnologie könnten in der Zukunft für die Entwicklung von Medikamenten, von künstlichen Muskeln oder von selbstregenerierenden Materialien dienen. In der Leopoldina-Vorlesung stellt Feringa seine Forschung über molekulare Schalter und Motoren vor. 2016 erhielt er mit Prof. Ph.D. Jean-Pierre Sauvage und Prof. Sir Fraser Stoddart den Nobelpreis für Chemie für „das Design und die Synthese von molekularen Maschinen“. Seit 2019 ist Feringa Leopoldina-Mitglied in der Sektion Chemie.
Zuvor überreicht Leopoldina-Präsident Gerald Haug um 17:00 Uhr Akademie-Mitgliedern der Klasse I – Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften ihre Urkunden.