Nachricht Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit im Energiesystem

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Wie lässt sich in Europa eine kohlenstoffarme Energieversorgung aufbauen, die gleichermaßen volkswirtschaftlich effizient ist und von den EU-Bürgern akzeptiert wird? Am 5. und 6. März diskutierten Wissenschaftler mit Expertinnen und Experten der Energiebranche darüber, wie Deutschland und Frankreich gemeinsam Lösungswege für diese Herausforderung entwickeln können. Zum zweiten „Round Table on Energy Transition“ in der Französischen Botschaft in Berlin eingeladen hatten die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Académie des sciences sowie die Französische Akademie der Technikwissenschaften (NATF).

Im Oktober vergangenen Jahres haben die EU-Staaten gemeinsame Ziele für die Reduktion von CO2, die Energieeffizienz sowie den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 vereinbart. Mit diesen Zielen wird die Europäische Union auch in die Verhandlungen um ein neues weltweites Klimaschutzabkommen Ende des Jahres in Paris gehen. Daran knüpfte Reimund Schwarze, Professor für Umweltökonomie an der Europa-Universität Viadrina, in seinem Vortrag beim zweiten Round Table on Energy Transition an: „Die größte Herausforderung der Verhandlungen um ein neues Klimaschutzabkommen liegt darin, ökonomische Prinzipien in der neuen Post-Kyoto-Architektur wirksam zu verankern.“ Auf europäischer Ebene rückt mit der Diskussion um die Energieunion die Frage in den Fokus, wie die Energiesysteme der Mitgliedsstaaten nachhaltiger gestaltet und besser miteinander vernetzt werden können. „Für einen erfolgreichen Klimaschutz sind die Anwendung von Technologien ohne Treibhausgas-Ausstoß und eine nachhaltige Energieversorgung von entscheidender Bedeutung. Schließlich verursacht allein die Bereitstellung von Energie in all ihren Formen weltweit etwa ein Drittel aller Treibhausgas-Emissionen“, sagte NATF-Präsident Alain Bugat in seinem Vortrag. Die anstehenden Veränderungen durch die Entwicklung neuer Energietechnologien und  -infrastrukturen stellt die Industrienationen Frankreich und Deutschland auch vor neue gesellschaftliche Herausforderungen: „Ein typisches Beispiel ist der Ausbau der Versorgungsnetze“, erläuterte Ortwin Renn, Umwelt- und Techniksoziologe von der Universität Stuttgart. „Die Veränderungen dürfen nicht an der Bevölkerung vorbei entwickelt werden, sondern müssen von der Gesellschaft getragen werden. Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine Verhaltensänderung in der Bevölkerung, etwa beim Thema Energieverbrauch“, so Renn. Mit dem Round Table on Energy Transition wollen die nationalen Wissenschaftsakademien Deutschlands und Frankreichs die Kooperation zwischen beiden Ländern in den Bereichen Energieforschung und -politik stärken. Zu den Teilnehmern der Workshops gehören Sigmar Wittig, Präsidiumsmitglied der Leopoldina, Reinhard F. Hüttl, Präsident acatech, Alain Bugat, Präsident der NATF sowie Sébastien Candel, Vizepräsident der Académie des sciences.Nächste Nachricht Zurück

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