In der heutigen Gesellschaft treffen vielfältige kulturelle Prägungen aufeinander: Atheisten mögen andere Rechtsvorstellungen vertreten als religiös verwurzelte Menschen, Ostdeutsche ein anderes Rechtsempfinden entwickelt haben als Westdeutsche und Migranten aus allen Teilen der Welt bringen weitere Werte und Bedürfnisse mit.
Wie funktioniert das Nebeneinander von normativen Erwartungen in einer Gesellschaft? Wie kann die Rechtsprechung damit umgehen? Wie lassen sich Konflikte vermeiden? Mit solchen Fragen befasst sich die belgische Rechtsanthropologin Marie-Claire Foblets, die seit fünf Jahren als Direktorin die Abteilung „Recht & Ethnologie“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle leitet. Ralf Meyer spricht mit Marie-Claire Foblets am Kamin über ihre Forschung und ihr Leben.