„Meere und Ozeane regulieren das Klima auf der Erde, sie sind vielfältige und faszinierende Ökosysteme und Lebensgrundlage für den Menschen. Gegen ihre Bedrohung durch erhöhten CO₂-Ausstoß, Überdüngung, Gifte, Plastikmüll und Überfischung müssen sehr schnell wirksame Maßnahmen ergriffen werden“, sagt der Klimaforscher und Mitglied der Leopoldina Prof. Dr. Gerald Haug, Direktor der Abteilung Klimageochemie und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Gemeinsam mit der Meeresforscherin und Mikrobiologin Prof. Dr. Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven, und seit 2009 Mitglied der Leopoldina, war er seitens der Leopoldina an der Erarbeitung der Empfehlungen beteiligt.
Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) Ende Juni in Osaka ist das dritte, in das sich die Wissenschaft in dem eigens dafür geschaffenen Dialogforum „Science20“ einbringt. Premiere hatte die wissenschaftliche Beratung der G20-Gipfel im Jahr 2017 im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft. Unter Federführung der Leopoldina hatten die nationalen Wissenschaftsakademien der G20-Staaten damals Empfehlungen zu einer verbesserten globalen Gesundheitsversorgung erarbeitet. Auch die G7-Gipfeltreffen werden seit mehr als zehn Jahren von den Wissenschaftsakademien begleitet.