Prof. Dr. Thomas Stocker ist ein Schweizer Geowissenschaftler und Klimaphysiker. Er entwickelt Klimamodelle zur Simulation von Klimaveränderungen über die letzten zwei Millionen Jahre sowie zur Projektion künftiger Klimaveränderungen. Dazu analysiert er unter anderem Eisbohrkerne. Seine Gruppe bestimmte die Konzentration von Treibhausgasen, die sich in den im Eis eingeschlossenen Luftbläschen befinden. So wurden die CO₂-Schwankungen während der letzten 800.000 Jahre rekonstruiert und es konnten Faktoren abgeleitet werden, die Klimaveränderungen antreiben und verstärken. Von 2008 bis 2015 war Stocker Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe 1 „The Physical Science Basis“ des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Der Bericht, der unter seinem Vorsitz im September 2013 verabschiedet wurde, bildet die wissenschaftliche Grundlage für das Pariser Klimaabkommen von 2015. Stocker, der in London/UK, Montreal/Kanada, New York/USA, Boulder/USA und Honolulu auf Hawaii/USA geforscht hat und seit 1993 Professor an der Universität Bern/Schweiz ist, wurde 2019 in die Leopoldina gewählt.
Die Leopoldina wird durch einen Vorstand und ein Präsidium geleitet. Das Präsidium trifft sich mindestens vier Mal im Jahr und bereitet alle wichtigen Entscheidungen der Akademie vor. Die Mitglieder des Präsidiums werden vom Senat gewählt, ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Den Vorstand bilden der Präsident und die Vizepräsidentinnen und -präsidenten.