Mitglied im Fokus Tyler Prize for Environmental Achievement für Johan Rockström

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Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und international anerkannt für seine Forschung zu globalen Nachhaltigkeitsfragen, wird mit dem Tyler Prize for Environmental Achievement 2024 ausgezeichnet. Das gab die University of Southern California/USA bekannt, die den Preis jährlich vergibt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 250.000 US-Dollar sowie einer Goldmedaille verbunden. Johan Rockström forscht zu Fragen der globalen Nachhaltigkeit und wurde insbesondere mit seinem Konzept der Belastungsgrenzen des Planeten (Planetary Boundaries) bekannt, das inzwischen zu einem Standardwerk der internationalen Klimaforschung geworden ist. Der Leopoldina gehört Rockström seit 2020 an.

Wie die University of Southern California mitteilte, erhält Rockström die Auszeichnung für seine Vorreiterrolle bei der Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Ansatzes zur nachhaltigen Entwicklung der Menschheit auf einem stabilen und widerstandsfähigen Planeten. Er trug entscheidend zu der Erkenntnis bei, dass ein stabiles Funktionieren des Erdsystems eine Voraussetzung für florierende Gesellschaften ist. Johan Rockströms Forschungsaktivitäten decken eine Fülle von Themen vom Erdsystem bis hin zur globalen Nachhaltigkeit im Anthropozän ab. Für seine Forschung zum Konzept der „Planetaren Grenzen“ hat er weltweit Daten zum Zustand der Erde zusammengetragen und auf dieser Grundlage neun Prozesse identifiziert, die die Belastbarkeit und Stabilität der Erde abbilden und die für deren Erhalt wichtig sind. Das Konzept definiert unter dem Aspekt der anthropogenen Umweltveränderungen einen stabilen Handlungsraum für die Menschheit innerhalb der physikalischen und biogeochemischen Grenzen und wird ständig weiterentwickelt.

Rockström studierte Agrarwissenschaften und Philosophie in Uppsala/Schweden, Paris/Frankreich und Stockholm/Schweden. 1997 wurde er am Institut für Systemökologie der Stockholm University promoviert. Nach Stationen in der Regionalberatung und Forschungskoordination, u. a. am Institute for Water Education in Delft/Niederlande, wurde er 2004 geschäftsführender Direktor am Stockholm Environment Institute (SEI). Zudem gründete er 2007 das Stockholm Resilience Centre (SRC) an der Stockholm University. Dessen Direktor blieb er bis zum Ruf auf die Professur für Wassersysteme und globale Nachhaltigkeit der Stockholm University sowie auf die Professur am Institut für Erd- und Umweltwissenschaften der Universität Potsdam im Jahr 2018. Seitdem leitet Rockström gemeinsam mit Leopoldina-Mitglied Ottmar Edenhofer das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Parallel ist er in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien aktiv, etwa dem „Mission Board for adaptation to climate change including societal transformation“ der Europäischen Kommission (seit 2019) oder der „Earth Commission“ (seit 2019), einem internationalen Team aus führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die globale Erwärmung bewerten und einordnen. Neben der Mitgliedschaft in der Leopoldina, der er seit 2020 in der Sektion Geowissenschaften angehört, ist Rockström auch Mitglied der Royal Swedish Academy of Sciences, hält Ehrendoktorwürden der Universitäten Gent/Belgien und Amsterdam/Niederlande und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Prinz Albert II. von Monaco Climate Change Award (2020), dem Deutschen Umweltpreis oder dem International Cosmos Prize (beide 2015).

Der Tyler Prize geht auf das im Naturschutz engagierte Paar John und Alice Tyler zurück und gilt als eine der ersten internationalen Spitzenauszeichnungen auf den Gebieten Umweltwissenschaft, Umweltschutz und Energie. Mit der erstmaligen Auslobung im Jahr 1973 sollte die Weltöffentlichkeit für die Bedeutung des Umweltschutzes sensibilisiert werden. Heute gilt die Auszeichnung als „Nobelpreis der Umweltwissenschaft“. Rockström reiht sich durch seine Ehrung mit dem Tyler Prize nun in eine Riege weiterer Leopoldina-Mitglieder ein, die den Tyler Prize erhielten, etwa Dame Jane Goodall (1997) oder Edward O. Wilson (1984).

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