Nicolaus von Wirén ist Mitglied der Leopoldina in der Sektion Agrar- und Ernährungswissenschaften und Professor für Molekulare Pflanzenphysiologie an der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg. Seit 2009 leitet er die Abteilung Physiologie und Zellbiologie am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Dort erforscht er, wie die Überlebenschancen von Pflanzen mit minimalen Eingriffen an ihrem Genom maximal verbessert werden können. Dieser als Genom-Editierung bezeichnete Prozess kann die Toleranz gegenüber Krankheitserregern und die Nährstoffaufnahmekapazität einer Pflanze steigern und somit eine Lösung für zukünftige klimawandelinduzierte Herausforderungen wie mangelnde Wasserverfügbarkeit, erhöhten Salzgehalt im Boden und neue Formen pilzlicher oder bakterieller Schadenserreger sein. Im Video-Interview erläutert Nicolaus von Wirén, warum konventionelle Pflanzenzüchtung im Angesicht des Klimawandels hingegen keine guten Erfolgsaussichten hat, was Genom-Editierung von herkömmlicher Gentechnik unterscheidet und warum trotzdem unklar ist, ob Genom-editierte Pflanzen rechtlich so zu behandeln sind, wie es bei herkömmlicher Gentechnik der Fall ist.
In dem Format „3 Minuten Zukunft“ machen Leopoldina-Mitglieder ihre komplexen Forschungsthemen mittels alltagsnaher Fragen einem breiten Publikum zugänglich. Die Kurzvideos sind in Zusammenarbeit mit der Redaktion Wissen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) entstanden. Sie behandeln Themen, die aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Diskussionen bestimmen oder bestimmen werden. Seit Ende Mai erscheinen die Videos sowie dazugehörige Text- und Hörbeiträge regelmäßig auf der Website von MDR Wissen.