In seiner Forschung konzentriert sich Volker Haucke auf die allgemeinen Transportwege in und aus Zellen – die sogenannte Endo- und Exozytose – und analysiert die Entwicklung von Wirkstoffen, die diese Vorgänge beeinflussen. Insbesondere interessieren ihn die zugrundeliegenden Prozesse bei Nervenzellen. Seine Erkenntnisse über Transportvorgänge und die Funktion intrazellulärer Kompartimente dienen der Aufklärung über die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, erblichen Muskelstörungen und neurologischen Erkrankungen. Er entschlüsselt Mechanismen des intrazellulären Membranflusses sowie dessen Kontrolle durch spezielle Membranlipide. Im Fokus steht dabei die Entwicklung von Werkzeugen, die diese Vorgänge zielgerichtet beeinflussen. Volker Haucke verfeinert auch Methoden der hochauflösenden Licht- und Elektronenmikroskopie, mit denen sich diese Zellvorgänge direkt beobachten lassen. Ebenso gilt sein Interesse den Nährstoffsignalwegen verschiedener Zellen. Er hat Mechanismen entschlüsselt, die diesen Signalweg und damit die Balance zwischen Zellwachstum und Abbau von Metaboliten regulieren.
Volker Haucke studierte Biochemie an der Freien Universität (FU) Berlin und dem Biozentrum der Universität Basel/Schweiz. Hier wurde er 1997 auch promoviert. Nach Stationen als Postdoc an der Yale University in New Haven/USA und als Leiter einer Nachwuchsforschergruppe am Zentrum für Biochemie und Molekulare Zellbiologie der Georg-August-Universität Göttingen habilitierte er sich 2003 an der Universität Göttingen im Fach Biochemie. 2003 wurde er Professor für Membranbiochemie an der FU Berlin und wechselte 2012 auf die Professur für Molekulare Pharmakologie, die er bis heute innehat. Parallel ist er Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und seit 2020 auch Gastprofessor an der Université Paris Descartes in Paris/Frankreich. Neben diesen Tätigkeiten ist er in diversen wissenschaftlichen Institutionen und Gremien tätig – etwa als Beiratspräsident der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) in Frankfurt am Main (seit 2023), als Präsident des Institute of Psychiatry and Neuroscience of Paris der Université Paris Descartes (seit 2020) oder seit 2014 als Mitglied der European Molecular Biology Organisation (EMBO). Darüber hinaus gehört er seit 2019 der Academia Europaea und seit 2017 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) an. Die Leopoldina nahm ihn 2017 als Mitglied der Sektion Genetik/Molekularbiologie und Zellbiologie auf. Bereits vor der Auszeichnung mit dem Leibniz-Preis erhielt Haucke eine Vielzahl wissenschaftlicher Preise, wie z. B. den Young Investigator Award (YIP) der EMBO (2003), den Avanti Award der American Society for Biochemistry & Molecular Biology (2017) oder den Feldberg-Preis der Feldberg Foundation for Anglo-German scientific exchange (2020).
Mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhält Volker Haucke nun den wichtigsten Forschungsförderungspreis in Deutschland. Der von der DFG vergebene Preis würdigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Wissenschaftsgebiete. Das Preisgeld von je 2,5 Millionen Euro können sie bis zu sieben Jahre lang für ihre künftige Forschung verwenden. Unter den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich zahlreiche Leopoldina-Mitglieder. 2025 erhalten neben Volker Haucke auch die Akademie-Mitglieder Maria-Elena Torres-Padilla, Hannes Leitgeb und Daniel Rückert einen Leibniz-Preis.