Nachricht Westbalkan-Prozess: 10-Punkte-Plan zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der sechsten gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Westbalkan-Prozesses haben einen „10-Punkte-Plan“ zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in der Westbalkan-Region ausgearbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des virtuellen zweitägigen Treffens befassten sich zudem mit Themen, die in der Westbalkan-Region auch über das Ende der Pandemie hinaus wichtig bleiben.

Dazu gehören das Gesundheitssystem, der Klimawandel, die Luft- und Wasserverschmutzung sowie die Digitalisierung von Bildung, Verwaltung, Industrie und Gesundheitswesen. Die Konferenz wurde von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Westbalkan-Prozesses ausgerichtet.

„Wir sollten jetzt aus dieser Pandemie Lehren ziehen. Die erste logische Konsequenz ist die Stärkung der Pandemievorsorge und der Resilienz in der Krise“, sagte Professor (ETHZ) Dr. Gerald Haug, Leopoldina-Präsident, bei dem virtuellen Treffen.

In ihrem „10-Punkte-Plan“ empfehlen die Beteiligten kurz-, mittel-, und langfristige Maßnahmen für die nächsten zwei Jahre, um die Ausbreitung der Pandemie in Südosteuropa und auf dem europäischen Kontinent dauerhaft einzudämmen: Mehr Impfdosen für die Westbalkanländer und zügiges Impfen, gesamteuropäische Standards für Impfungen, Tests und den fälschungssicheren Einsatz des digitalen COVID-Zertifikats der Europäischen Union (EU), um Mobilität zu gewährleisten sowie humanitäre Hilfe aus der EU als Zeichen europäischer Solidarität.

Die für den Wiederaufbau des Westbalkans mobilisierten EU-Investitionen sollten prioritär in die Schaffung eines leistungsfähigen Gesundheitssystems, in das Ziel der Klimaneutralität, hier besonders dringlich in die Reduzierung der Luft- und Wasserverschmutzung, sowie in die Digitalisierung in Bildung, Verwaltung, Industrie und im Gesundheitswesen fließen. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, muss allerdings in Bildung und Wissenschaft auf dem Balkan investiert werden, auch um den „Brain Drain“ aus Südosteuropa zu stoppen. Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer forderten daher, den „Westbalkan-Forschungsfonds“ als neues Förderinstrument in das EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ aufzunehmen.

Der Westbalkan-Prozess – auch bekannt als Berliner Prozess – ist eine gemeinsame Initiative 16 europäischer Länder und der Europäischen Kommission. Der Prozess unterstützt die Heranführung der Westbalkan-Länder an die Europäische Union und deren EU-Beitritt sowie die Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit. Dies umfasst Bereiche wie die Lösung bilateraler Probleme, die Konsolidierung der Rechtsstaatlichkeit, die Konnektivität und wirtschaftliche Entwicklung sowie eine stärkere Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und beim zwischengesellschaftlichen Dialog. 17 Parteien sind derzeit am Prozess beteiligt: die Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Österreich, Polen, Serbien, Slowenien und das Vereinigte Königreich sowie die Europäische Kommission.

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