Nachricht Wie kann man Lebensqualität messen?

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Für eine Gesellschaft, in der die Menschen länger leben als je zuvor, ist die Lebensqualität von steigender Bedeutung. Die Lebensqualität in einer Gesellschaft hängt dabei nicht nur von der Entwicklung des materiellen Wohlstandes ab, sondern auch von Faktoren wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, soziale Beziehungen und soziale Teilhabe. Bereits seit den 1960er Jahren werden dafür Indikatoren gesucht und Methoden entwickelt, um sie zu messen. In dem jetzt veröffentlichten Leopoldina-Diskussionspapier „Gutes Leben oder gute Gesellschaft?“ erläutern die Autoren Karl Ulrich Mayer und Ursula Staudinger den Stand der Forschung zu Dimensionen und Messung von Lebensqualität und zeigen Herausforderungen für Wissenschaft und Politik auf.

Indikatoren der Lebensqualität sollen idealerweise im Hinblick auf konkrete Politikziele ausgewählt werden. Mit Hilfe einer überschaubaren Anzahl von Messgrößen können so Verbesserungen oder Verschlechterungen der objektiven Lebensbedingungen und des subjektiven Wohlbefindens sichtbar gemacht werden. Um die Entwicklung sozialer Prozesse zu beobachten, braucht die Politik entsprechende Messinstrumente. Die Autoren des Diskussionspapiers schlagen vor, dass neben materiellen Grundlagen auch folgende  Sachverhalte beobachtet werden sollten:  Gesundheit,  Kompetenzen,  Arbeit, soziale Beziehungen und Sicherheit. Allerdings kann es nicht Aufgabe von Staat und Politik sein, das gute Leben zu definieren, sondern sie müssen vielmehr die Voraussetzungen schaffen, um Personen optimale, selbstbestimmte Lebenschancen zu eröffnen. Insofern ist die Lebensqualität jedes einzelnen Menschen untrennbar mit der Entwicklung des Gemeinwesens verknüpft.

Das Diskussionspapier basiert auf dem von der Wissenschaftlichen Kommission „Demografischer Wandel“ der Leopoldina initiierten und der VolkswagenStiftung geförderten Symposium „Gutes Leben oder gute Gesellschaft“, das am 17. und 18. Juni 2016 in Hannover stattfand. Anlass für die Leopoldina, sich mit dem Thema zu befassen, war die Verankerung des „guten Lebens“ im Koalitionsvertrag der Bundesregierung nach der vergangenen Wahl und die 2015 und 2016 durchgeführten Bürgerdialoge, in denen die Bürger ihre Anliegen in einen politischen Zielkatalog einbringen konnten.Nächste Nachricht Zurück

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