Mitglied im Fokus Wolfgang Wick an die Spitze des Wissenschaftsrates gewählt

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Der Neurologe Wolfgang Wick ist in Berlin zum neuen Vorsitzenden des Wissenschaftsrates gewählt worden. Das Amt tritt er zum 1. Februar 2023 an und folgt damit auf die Informatikerin Dorothea Wagner. Wick forscht zu hirneigenen Tumoren und Krebsmetasthasen im zentralen Nervensystem und ist aktuell als Ärztlicher Direktor der Allgemeinen Neurologie am Universitätsklinikum Heidelberg sowie als Sprecher des dortigen Departments Kopfklinik tätig. Der Leopoldina gehört er seit 2020 in der Sektion Neurowissenschaften an.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Therapieresistenzmechanismen sowie die Präzisierung der Hirntumortherapie durch Biomarker und Immuntherapie. Mit seinem Team am Deutschen Krebsforschungszentrum hat Wick herausgefunden, dass Tumorzellen des Gehirns, sogenannte Gliomzellen, netzwerkartig als eine Art zweites Gehirn im Gehirn wachsen und zum Teil intensiven Input erhalten. Aus diesen – in Heidelberg, Stanford und Lausanne – erarbeiteten Konzepten entwickelte sich ein neuartiger Cancer-Neuroscience Forschungsschwerpunkt. Dieser eröffnet neue Therapieaspekte und macht einen Blick auf den zentralnervösen Input auf Krebserkrankungen notwendig. Darüber hinaus konzentriert sich Wick in seiner Forschung auf die Entwicklung regionaler und überregionaler neurologischer Therapienetzwerke.

Wolfgang Wick studierte Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, am King's College in London/UK und an der Harvard Medical School in Boston/USA. 1998 wurde er am Institut für Neuropathologie der Universität Bonn promoviert. Nach der Facharztausbildung in Neurologie und Psychiatrie am Universitätsklinikum Tübingen habilitierte er sich 2003. In der Folge war Wick zwei Jahre lang als Oberarzt für Neurologie tätig, bevor er 2006 Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Allgemeinen Neurologie am Universitätsklinikum Tübingen wurde. Ein Jahr später wurde er der Ärztliche Direktor der Abteilung Neuroonkologie/NCT und Professor für klinische Neuroonkologie an der Universität Heidelberg sowie parallel der Abteilungsleiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Seit 2014 ist er Ärztlicher Direktor der Allgemeinen Neurologie am Universitätsklinikum Heidelberg sowie Sprecher des dortigen Departments. Von 2016 bis 2018 war er zudem Präsident der European Association of Neurooncology (EANO) mit Sitz in Wien/Österreich. Während seiner Karriere wurde er mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Sibylle Assmus Förderpreis für Neuroonkologie (2005), dem Heinrich Pette-Preis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2006) und dem Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft (2015).

Erst 2021 wurde Wolfgang Wick Mitglied im Wissenschaftsrat und wird nun, nur zwei Jähre später, dessen Vorsitzender. Damit steht er an der Spitze des ältesten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums in Europa. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Landesregierungen in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und Hochschulbereich. Sein Ziel ist die Ermöglichung eines leistungsstarken, funktional und institutionell differenzierten aber dennoch vernetzten Wissenschaftssystems, das auf verschiedene Weise in die Gesellschaft hineinwirkt.

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