Bioenergie

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Die Arbeitsgruppe „Bioenergie“ der Leopoldina hat eine Stellungnahme zum Thema „Bioenergie: Chancen und Grenzen“ erarbeitet. Dabei geht es um Fragen der ökologischen und gesellschaftlichen Vertretbarkeit und der Nachhaltigkeit dieser aus Biomasse gewonnenen Energie. Bereits im Juni 2011 wurde der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, die Stellungnahme „Energiepolitische und forschungspolitische Empfehlungen nach den Ereignissen in Fukushima“ übergeben. Zuvor hatte die Leopoldina in Zusammenarbeit mit acatech und BBAW das „Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland“ erarbeitet.

Zuletzt bearbeitet: 08. Dezember 2025

Bioenergie ist Energie, die aus pflanzlicher Biomasse stammt. Die Biomasse kann durch Verbrennung direkt energetisch genutzt werden oder erst nach vorheriger Umwandlung in Ethanol, Biodiesel, Biogas, Wasserstoff oder Synthesegas, wobei die Umwandlung unter Beteiligung von biologischen, chemischen oder mechanischen Verfahren erfolgt und ein Teil der ursprünglich verfügbaren Energie verloren geht. Bioenergie ist prinzipiell erneuerbar und ihre Verwendung gilt als weitgehend CO2-neutral, da bei der Netto-Bildung von Biomasse durch Photosynthese theoretisch genauso viel CO2 aufgenommen wie bei der energetischen Nutzung freigesetzt wird.

Wissenschaftlicher Ausgangspunkt für die Leopoldina-Stellungnahme „Bioenergie: Chancen und Grenzen“ war der Workshop „Biofuels and Bioconversion“, der vom 14. bis 16. Oktober 2010 am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald stattfand. Im Mittelpunkt des internationalen Workshops standen folgende Fragen:

  • Ist die angestrebte Verwendung von Bioenergie in größerem Maßstab in Deutschland energiewirtschaftlich sinnvoll?
  • Ist sie ökologisch und gesellschaftlich vertretbar?
  • Wie steht es um die Nachhaltigkeit?
  • Ergeben sich im Hinblick auf Biokraftstoffe der ersten und zweiten Generation unterschiedliche Antworten?
  • Wie fällt ein Vergleich mit anderen Ländern aus?
  • Kann die Photosynthese mit der Photovoltaik konkurrieren?
  • Inwieweit können Biokatalysatoren in energietechnischen Prozessen zur Anwendung kommen und als Blaupausen für chemische Katalysatoren dienen?

Beteiligte Institutionen

  • Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppe

Mitglieder der Arbeitsgruppe

  • Dr. Vincent Artero, Institute de Recherches en Technologies es Sciences pour le Vivant, Université Joseph Fourier, Grenoble (France)
  • Prof. Fraser A. Armstrong FRS, Department of Inorganic Chemistry, University of Oxford (Great Britain)
  • Prof. Dr. Holger Dau, Fachbereich Physik, Freie Universität Berlin
  • Prof. Dr. Peter Dürre, Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie, Universität Ulm
  • Prof. Dr. Helmut Haberl, Institut für Soziale Ökologie (SEC), Universität Klagenfurt
  • Dr. Thomas Happe, Lehrstuhl Biochemie der Pflanzen, AG Photobiotechnologie, Ruhr-Universität Bochum
  • Prof. Dr. Gerd Kohlhepp, Geografisches Institut, Eberhard Karls-Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus ML, Fakultät für Chemie, Universität Bielefeld
  • Prof. Dr. Christian Körner ML, Institut für Botanik, Universität Basel (Schweiz)
  • Dr. Philipp Kurz, Institut für Anorganische Chemie, Christian-Albrechts-Universität Kiel
  • Christian Lauk, Institut für Soziale Ökologie (SEC), Universität Klagenfurt
  • Prof. Dr. Wolfgang Lubitz, Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, Mühlheim a.d. Ruhr
  • Prof. Dr. Matthias Rögner, Lehrstuhl für Biochemie der Pflanzen, Ruhr-Universität Bochum
  • Dr. Ulrike Schmid-Staiger, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart
  • Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze ML, Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena
  • PD Dr. Thomas Senn, Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie, Universität Hohenheim
  • Prof. Dr. Victor Smetacek, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven
  • Dr. Peter Weiland, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig
  • Dr. Karen Wilson, Cardiff School of Chemistry, Cardiff University (Great Britain)

ML = Mitglied der Leopoldina

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