Das Rätsel der menschlichen Besonderheit - Betrachtungen nach Darwin
- Vorträge & Diskussionen
- Halle (Saale)
Wolfgang Welsch, Jena
- Startdatum
- Enddatum
- Ort Halle (Saale)
Monatssitzung der Leopoldina
in der Aula des Löwengebäudes der Universität Halle-Wittenberg
Was unterscheidet die Menschen von ihren näheren und ferneren tierischen Verwandten? Worin liegt das Humanspezifikum? Die Lebenswissenschaften haben uns in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass sämtliche Faktoren, die man dafür traditionell angeführt oder neuerdings aufzubieten versucht hat (Rationalität, Sprache, Spieltrieb, Verstehen von Artgenossen etc.), sich zumindest ansatzweise schon vor dem Menschen im Tierreich finden. Sie taugen somit nicht, um die Spezifität des Menschen zu begründen. Von Darwin her gesehen, ist das keine Überraschung, denn Darwin hatte eine starke Kontinuität zwischen tierischer und menschlicher Verfasstheit vertreten, die allenfalls graduelle, aber keine prinzipiellen Unterschiede erlaubt.
Auf der anderen Seite ist es aber evident, dass wir Menschen reichlich besondere Wesen sind - kein anderes Lebewesen ist so sehr über die Erde verbreitet, surft im Internet oder betreibt Weltraumfahrt. Die Besonderheit des Menschen ist nicht zu leugnen. Sie verlangt jedoch heute (nach Darwin) eine ganz andere Erklärung als früher: eine nicht supranaturalistische, sondern naturalistische, eine bottom-up-, nicht top-down-Erklärung.
Wie kann eine solche Erklärung vom heutigen Wissensstand aus gegeben werden? Inwiefern würde sie – anders als die Freudsche Kränkungs-Rhetorik – zu einem von Grund auf positiven Verständnis unserer evolutionären Herkunft und Erbschaft führen?
in der Aula des Löwengebäudes der Universität Halle-Wittenberg
Was unterscheidet die Menschen von ihren näheren und ferneren tierischen Verwandten? Worin liegt das Humanspezifikum? Die Lebenswissenschaften haben uns in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass sämtliche Faktoren, die man dafür traditionell angeführt oder neuerdings aufzubieten versucht hat (Rationalität, Sprache, Spieltrieb, Verstehen von Artgenossen etc.), sich zumindest ansatzweise schon vor dem Menschen im Tierreich finden. Sie taugen somit nicht, um die Spezifität des Menschen zu begründen. Von Darwin her gesehen, ist das keine Überraschung, denn Darwin hatte eine starke Kontinuität zwischen tierischer und menschlicher Verfasstheit vertreten, die allenfalls graduelle, aber keine prinzipiellen Unterschiede erlaubt.
Auf der anderen Seite ist es aber evident, dass wir Menschen reichlich besondere Wesen sind - kein anderes Lebewesen ist so sehr über die Erde verbreitet, surft im Internet oder betreibt Weltraumfahrt. Die Besonderheit des Menschen ist nicht zu leugnen. Sie verlangt jedoch heute (nach Darwin) eine ganz andere Erklärung als früher: eine nicht supranaturalistische, sondern naturalistische, eine bottom-up-, nicht top-down-Erklärung.
Wie kann eine solche Erklärung vom heutigen Wissensstand aus gegeben werden? Inwiefern würde sie – anders als die Freudsche Kränkungs-Rhetorik – zu einem von Grund auf positiven Verständnis unserer evolutionären Herkunft und Erbschaft führen?