Der Anteil der Kunst an den Ordnungen der Dinge

  • Wissenschaftshistorische Seminare
  • Halle (Saale)
Praxis und Tiefendimensionen einer wechselseitigen Beziehung. Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Robert Felfe im Rahmen des Symposiums „Die Ordnungen der Dinge”
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  • Ort Halle (Saale)

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  • Symposium „Die Ordnungen der Dinge”
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Von den Kunst- und Naturalienkammern der Frühen Neuzeit gingen Impulse für die Geschichte der Wissenschaften aus, die – so scheint es – in sehr verschiedene, mitunter widerstreitende Richtungen drängten. Einer dieser Impulse war Teil einer taxonomischen Offensive, in deren Verlauf zunehmend differenzierte systematische Ordnungen insbesondere natürlicher Dinge entwickelt und etabliert wurden. Ordnen generiert Wissen – die Relevanz des Sammelns als Kulturtechnik in diesem Sinne steht außer Zweifel und ist vielfach gezeigt worden. Und doch gab es auch gegenläufige Momente zu dieser breiten Tendenz zunehmender Ausdifferenzierung. Sie spielten ihrerseits eine dynamisierende Rolle in Wissensprozessen, die oft übersehen wird.  Anhand von Zeichnungen und Druckgrafiken wie auch schriftlichen Quellen – wie etwa Inventaren, katalogähnlichen Beschreibungen und Besucherberichten – aus dem 16.–18. Jahrhundert wird der Vortrag der skizzierten Doppelgestalt frühneuzeitlicher Sammlungen konkrete Konturen geben. Dabei werden zum einen Praktiken wie die räumliche Disposition der einzelnen Objekte und dadurch initiierte Rezeptionsweisen vorgestellt. Sie wurden flankiert von Methoden der zeichnerischen Analyse, der verbalen Beschreibung und begrifflichen Systematisierung. Zum anderen wird in Hinblick auf Phänomene im Naturreich der mineralia – insbesondere auf die sogenannten „Figurensteine“, die heutigen Fossilien – zu zeigen sein, auf welche Weise hier das für die Kunstkammern charakteristische Zusammen-Denken von Kunst und Natur in den kontroversen Debatten um die Deutung und Entstehung dieser Phänomene produktiv wurde. Exemplarisch lässt sich hier zeigen, inwiefern ars und natura als komplementäre Bereiche nicht nur programmatisch für den universellen Anspruch vieler Sammlungen standen, sondern auf welche Weise dabei die Praxis und Theorie der bildenden Künste modellbildend in naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozessen wirksam wurde und diese maßgeblich antrieb. Es laden Sie herzlich ein: Prof. Dr. Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann und Prof. Dr. Florian Steger.

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Godel
E-Mail: rainer.godel(at)leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 -115

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